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Citrullin

Citrullin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure, die im Blut fast ausschließlich aus den Enterozyten (Darmschleimhautzellen) stammt; im Harnstoffzyklus der Leber entsteht sie zwar ebenfalls, wird dort aber sofort weiterverarbeitet. Niedriges Citrullin wird als Hinweis auf eine verringerte Zahl funktionsfähiger Darmschleimhautzellen mit angesehen, etwa bei Zottenschwund oder Entzündungen des Dünndarms. Als Vorstufe von Arginin trägt es auch zur Bildung von Stickstoffmonoxid in der Gefäßwand bei. Im Metabolom und Prevent 360 messbar.

Was Citrullin im Körper macht

Citrullin ist kein Baustein von Eiweißen, sondern ein Zwischenprodukt. Das Citrullin im Blut stammt fast vollständig aus den Zellen der Dünndarmschleimhaut: Sie bilden es vor allem aus Glutamin. Die Leber nimmt es kaum auf; stattdessen wandeln die Nieren es in Arginin um und geben dieses ins Blut ab. So versorgt der Darm über den Umweg Niere den ganzen Körper mit Arginin. In der Leber entsteht Citrullin zwar ebenfalls im Harnstoffzyklus, wird dort aber sofort weiterverarbeitet und nicht abgegeben. Auch bei der Bildung von Stickstoffmonoxid fällt Citrullin an und kann in den Zellen wieder zu Arginin werden. Weil fast nur funktionsfähige Dünndarmzellen Citrullin ins Blut liefern, spiegelt der Wert wider, wie viel aktive Dünndarmschleimhaut vorhanden ist.

Citrullin niedrig – was passiert im Körper?

Sind weniger funktionsfähige Dünndarmzellen vorhanden, gelangt weniger Citrullin ins Blut, und die Nieren können weniger Arginin bilden. Dann steht weniger Arginin für die Bildung von Stickstoffmonoxid, für Eiweißaufbau und Abwehrzellen bereit. Niedrige Werte kommen vor, wenn die Dünndarmzotten verkümmert sind, etwa bei Zöliakie, bei Entzündungen des Dünndarms wie Morbus Crohn, nach Darminfektionen und nach Operationen, bei denen Teile des Dünndarms entfernt wurden. Auch wenig Glutamin oder Eiweiß und schwere Allgemeinerkrankungen gehen mit niedrigeren Werten einher.

Citrullin hoch – was passiert im Körper?

Weil die Nieren Citrullin zu Arginin umwandeln, steigt der Wert, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist: Es wird weniger verarbeitet und reichert sich im Blut an. Sehr hohe Werte entstehen bei seltenen angeborenen Störungen des Harnstoffzyklus, bei denen das Enzym fehlt, das Citrullin weiterverarbeitet (Citrullinämie); dann staut sich vor dem Engpass auch Ammoniak, das das Nervensystem belastet. Leicht erhöhte Werte können außerdem nach Mahlzeiten mit viel Citrullin auftreten.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: citrulline, no-zyklus, stickoxid, darmbarriere marker, enterozyt, harnstoffzyklus

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Darmprobleme
  • Leaky Gut
  • Erschöpfung
  • Schlechte Wundheilung
  • Immunschwäche
  • Kardiovaskuläre Dysfunktion

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.