Gesund älter werden
Ab etwa fünfzig verliert der Körper jedes Jahr ein bis zwei Prozent Muskelmasse. Das ist normal. Ob daraus in zwanzig Jahren ein Viertel weniger wird oder deutlich mehr, entscheidet sich an Dingen, die messbar sind, bevor Kraft fehlt.
Nährstoffe, Aminosäuren, Entzündungswerte, Hormone und Botenstoffe verändern sich früher als die Kraft — und lassen sich zu Hause aus einer Probe bestimmen.
Was hier gemessen wird
Kapillarblut
Kapillarblut
Speichel
Urin
Kapillarblut
Urin
Stuhl
Kapillarblut
KapillarblutEine Probe, sechs Bereiche
Prevent 360 misst 75 Werte aus 120 Mikrolitern Kapillarblut — Nährstoffe, Aminosäuren einschließlich Leucin, Entzündungs- und Stoffwechselmarker, Hormone und Botenstoffe. Als Bestandsaufnahme deckt es die vier Bereiche ab, um die es auf dieser Seite geht, ohne dass du dich vorher für eine Richtung entscheiden musst.
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Ein bis zwei Prozent pro Jahr — und was daraus in zwanzig Jahren wird
Der Abbau beginnt schleichend und fällt lange nicht auf, weil Alltagsbewegungen wenig Kraft brauchen. Erst wenn eine Treppe oder eine volle Einkaufstasche zum Problem wird, ist viel Substanz weg.
Wo mit dem Alter etwas kippt — und was davon messbar ist
Der Muskelabbau steht nicht für sich. Vier Bereiche greifen ineinander, und in jedem gibt es Werte, die sich verändern, bevor man etwas merkt.
Nicht mehr Eiweiß am Abend, sondern gleichmäßig über den Tag
Die Muskelproteinsynthese wird pro Mahlzeit angeregt, nicht pro Tag. Etwa 25 bis 30 Gramm Eiweiß je Mahlzeit reichen dafür — mehr auf einmal bringt an dieser Stelle nichts. Zwei Tage mit derselben Tagesmenge können deshalb sehr unterschiedlich wirken.
Für ältere Menschen empfehlen die Fachgesellschaften 1,0 bis 1,2 Gramm Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht am Tag, bei chronischen Erkrankungen bis 1,5 — deutlich mehr als die früher genannten 0,8 Gramm. Bei eingeschränkter Nierenfunktion gilt das nicht; dann legt eine Ärztin oder ein Arzt die Menge fest.
Was gemessen wird und was noch offen ist
Zu diesem Thema wird viel versprochen. Deshalb hier getrennt, was belegt ist, wofür es Hinweise gibt und was offen bleibt.
- Diagnostik und Therapie der Sarkopenie und sarkopenen Adipositas, Deutsches Ärzteblatt 2025 — KORA-Age-Prävalenz, Vitamin D, Leucin.
- Sarkopenie: Wenn die Muskeln schwinden, Pharmazeutische Zeitung — Verlustraten, anabole Resistenz, InCHIANTI-Studie.
- Optimierte Ernährung bei Sarkopenie, Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin — Leucinschwelle, 25 bis 30 g Eiweiß je Mahlzeit.
- Sarkopenie unter dem Brennglas, FETeV 2026 — Eiweiß 1,0 bis 1,5 g/kg, Vitamin D, Omega-3.
- Muskelgesundheit und Ernährung im Alter, Urologie in der Praxis 2023 — Vitamin-D-Dosierung und Sturzrisiko.
- Sarkopenie – wenn die Muskeln im Alter schwinden, Assmann-Stiftung — Krafttraining ab 70, 28 Wochen.
- Chubanava S, Treebak JT, Free Radical Biology and Medicine 2023 — NAD-Vorstufen weniger wirksam als Training.
Häufige Fragen
Warum überhaupt messen, wenn Abbau normal ist?
Weil der Unterschied zwischen normalem Abbau und Sarkopenie erst sichtbar wird, wenn Kraft fehlt. Nährstoffwerte verändern sich vorher und sind zu diesem Zeitpunkt messbar.
Eine breite Bestandsaufnahme sagt, wo du stehst. Eine zweite Messung nach frühestens drei Monaten sagt, ob sich etwas bewegt hat.
Welche Analyse ist der richtige Anfang?
Prevent 360 mit 75 Parametern aus einer Probe. Darin sind Nährstoffe, Aminosäuren, Entzündungsmarker, Stoffwechselwerte, Hormone und Neurotransmitter enthalten.
Wenn Verdauung, Blähungen oder häufige Infekte ein Thema sind, ergänzt die Darmmikrobiom-Analyse. Bei Schlafproblemen das Neurotransmitter-Profil und das Cortisol-Tagesprofil. Wer klein anfangen will, nimmt die Vollblutmineralanalyse.
Warum ist Vitamin B12 im Alter so oft ein Thema?
Die Aufnahme braucht Magensäure und den Intrinsic Factor. Beides nimmt mit dem Alter ab, und Protonenpumpenhemmer oder Metformin verstärken das.
Der Wert im Blut allein sagt wenig darüber, ob B12 in der Zelle ankommt. Dafür steht Methylmalonsäure im Organische-Säuren-Profil: Sie steigt, wenn B12 dort fehlt. Holo-Transcobalamin, das in der Literatur ebenfalls genannt wird, haben wir nicht als Selbsttest — in einer Praxis ist es bestimmbar, sprich unser Expertennetzwerk darauf an.
Wie viel Eiweiß und wann?
Für ältere Menschen empfehlen die Fachgesellschaften 1,0 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich, bei chronischen Erkrankungen bis 1,5 — deutlich mehr als die früher genannten 0,8 Gramm.
Entscheidend ist die Verteilung: etwa 25 bis 30 Gramm pro Mahlzeit regen die Muskelproteinsynthese maximal an. Bei eingeschränkter Nierenfunktion gilt das nicht; dann legt eine Ärztin oder ein Arzt die Menge fest.
Kann eine Ergänzung das Altern verlangsamen?
Dazu machen wir keine Aussage. Belegt ist, dass Krafttraining und ausreichende Eiweißzufuhr den Muskelabbau bremsen. Für Ergänzungen gilt: bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll, ohne Mangel meist ohne Nachweis eines Nutzens.
Einen Test, der eine Alterszahl ausgibt, bieten wir nicht an. Unsere epigenetischen Analysen messen DNA-Stabilität, Entzündungsfaktoren, Mikronährstoffe und stressassoziierte miRNAs — das ist etwas anderes. Was ein Wert bedeutet und ob eine Ergänzung infrage kommt, besprichst du mit unserem Expertennetzwerk.
Alle Angaben sind Studienergebnisse und beschreiben Gruppen, nicht Einzelfälle. Bei ungewolltem Gewichtsverlust, wiederholten Stürzen oder rasch nachlassender Kraft gehört die Abklärung in eine Praxis.
