8-OHdG (8-Hydroxy-2-Desoxyguanosin)
Marker für oxidative Schäden an DNA-Bausteinen – er zeigt, wie viel oxidiertes Guanosin im Körper beseitigt und ausgeschieden wird. Wird in der Diagnostik von oxidativem Stress und Zellalterung mit angesehen.
Was 8-OHdG anzeigt
Reaktive Sauerstoffverbindungen, vor allem das Hydroxylradikal, greifen auch das Erbgut an. Am leichtesten oxidierbar ist der DNA-Baustein Guanin; dabei entsteht 8-Oxo-Guanin, als Nukleosid 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin (8-OHdG). Die Zelle erkennt diesen Schaden: Reparaturenzyme wie OGG1 schneiden die veränderte Base aus der DNA heraus, und das Enzym MTH1 entfernt oxidierte Bausteine aus dem Vorrat, bevor sie überhaupt eingebaut werden. Die Abbauprodukte, darunter 8-OHdG, gelangen ins Blut und werden unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Die Menge im Urin spiegelt daher wider, wie viele oxidative DNA-Schäden im ganzen Körper entstehen und beseitigt werden; auch die DNA der Mitochondrien, die nahe an der Atmungskette liegt, trägt dazu bei.
8-OHdG niedrig – was bedeutet das?
Ein niedriger Wert zeigt, dass wenige DNA-Bausteine oxidiert werden: Die antioxidativen Schutzsysteme – Superoxiddismutase, Katalase, Glutathion und die selenhaltigen Glutathionperoxidasen – fangen reaktive Sauerstoffverbindungen ab, bevor sie das Erbgut erreichen. Weil der Wert auch von der Reparaturaktivität abhängt, wird er zusammen mit anderen Markern für oxidativen Stress betrachtet.
8-OHdG hoch – was passiert im Körper?
Ein hoher Wert zeigt, dass vermehrt DNA-Bausteine oxidiert und repariert werden. Bleibt 8-Oxo-Guanin bis zur nächsten Zellteilung in der DNA, kann es sich beim Kopieren mit dem falschen Partner paaren, sodass dauerhafte Veränderungen im Erbgut entstehen. Besonders empfindlich ist die DNA der Mitochondrien: Ihre Schäden beeinträchtigen die Atmungskette, die dann noch mehr reaktive Sauerstoffverbindungen freisetzen kann. Mehr oxidative DNA-Schäden entstehen bei chronischen Entzündungen, beim Rauchen, durch Luftschadstoffe, UV- und ionisierende Strahlung, bei dauerhaft hohem Blutzucker und bei geringen antioxidativen Reserven; in Studien wurden erhöhte Werte unter anderem bei Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beobachtet.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: 8-ohdg, 8-hydroxydesoxyguanosin, dna-oxidation, zellstress
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Beschleunigtes Altern
- Kognitive Abnahme
- Erschöpfung
- Entzündungsneigung
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
