Mikrobiom & Darmflora
Das Darmmikrobiom besteht aus ~38 Billionen Bakterien und steht in Wechselwirkung mit dem Immunsystem und dem Stoffwechsel; Zusammenhänge mit Stimmung, Gewicht und Energie werden erforscht. Ungleichgewichte der Darmflora (Dysbiosen) werden bei Blähungen, Verstopfung, Durchfall und Erschöpfung mit angesehen; in Studien wurden sie auch mit einer durchlässigeren Darmschleimhaut und Entzündungsreaktionen in Verbindung gebracht.
Was die Darmflora im Darm macht
Der größte Teil der Darmbakterien lebt im Dickdarm, wo kaum Sauerstoff vorhanden ist. Dort vergären sie Ballaststoffe, die der Mensch mit eigenen Enzymen nicht aufspalten kann, zu kurzkettigen Fettsäuren: Butyrat ist die wichtigste Energiequelle der Dickdarmzellen, Propionat gelangt zur Leber und fließt in den Zucker- und Fettstoffwechsel ein, Acetat wird im ganzen Körper verwertet. Die Bakterien bilden außerdem Vitamin K2 und einige B-Vitamine, wandeln Gallensäuren um und besetzen Nährstoffe und Haftstellen, sodass sich eingeschleppte Keime schwer ansiedeln können. Über die Schleimhaut stehen sie im ständigen Austausch mit dem darmassoziierten Immunsystem, das dort lernt, harmlose von schädlichen Mikroben zu unterscheiden.
Wenig schützende Bakterien – was passiert im Darm?
Fehlen ballaststoffvergärende Bakterien, entstehen weniger kurzkettige Fettsäuren. Die Dickdarmzellen haben dann weniger Butyrat als Brennstoff, verbrauchen weniger Sauerstoff, und an der Schleimhaut bleibt mehr Sauerstoff übrig – das begünstigt Keime, die mit Sauerstoff zurechtkommen, etwa Enterobakterien. Die Schleimschicht wird weniger erneuert, die Verbindungen zwischen den Schleimhautzellen werden weniger gestützt, und regulatorische Abwehrzellen, die Entzündungen dämpfen, werden seltener gebildet. Typische Auslöser sind Antibiotika, Magen-Darm-Infekte und eine ballaststoffarme Kost; nach einer Antibiotikabehandlung können sich zudem Keime wie Clostridioides difficile leichter ausbreiten.
Viele unerwünschte Keime – was passiert im Darm?
Nehmen eiweißvergärende oder entzündungsfördernde Keime überhand, verschiebt sich der Stoffwechsel im Dickdarm: Statt kurzkettiger Fettsäuren entstehen mehr Ammoniak, Schwefelwasserstoff, Phenole und Indole, die die Schleimhaut reizen können. Gramnegative Bakterien tragen Lipopolysaccharide (LPS) in ihrer Hülle, die Abwehrzellen in der Darmwand über den Rezeptor TLR4 aktivieren. Zusätzliche Gasbildung dehnt den Darm, und veränderte Gärprodukte beeinflussen, wie viel Wasser im Stuhl bleibt und wie schnell der Darm transportiert.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: mikrobiom, darmflora, darmbakterien, mikrobiota, darm, leaky gut
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Blähungen
- Verstopfung
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Reizdarm
- Erschöpfung nach Essen
- Brain Fog
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Gewichtszunahme
- Häufige Infekte
- Völlegefühl
- Veränderter Stuhlgang
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
