Histamin
Histamin ist ein biogenes Amin mit vielfältigen Funktionen: Immunreaktion, Magensäureproduktion, Neurotransmitter. Bei einer Histaminunverträglichkeit ist häufig die Aktivität des Abbauenzyms DAO (Diaminoxidase) vermindert – Histamin aus der Nahrung wird dann langsamer abgebaut. Beschwerden treten typischerweise innerhalb kurzer Zeit nach dem Essen auf. In Studien wurde ein Zusammenhang mit einer durchlässigeren Darmbarriere und einer veränderten Darmflora beobachtet.
Gemessen wird der Wert im Stuhl. Dort wird Histamin von Darmbakterien gebildet; erhöhte Werte finden sich bei Dysbiose und bei DAO-Mangel. Zusammen mit dem DAO-Enzym zeigt sich, ob eher die Bildung oder der Abbau von Histamin verändert ist.
Was Histamin im Körper macht
Histamin entsteht aus der Aminosäure Histidin; das Enzym Histidin-Decarboxylase braucht dafür Vitamin B6. Der Körper speichert es vor allem in Mastzellen und weißen Blutkörperchen, in bestimmten Zellen der Magenschleimhaut und in Nervenzellen. Es wirkt über vier Rezeptortypen: H1 erweitert Blutgefäße, macht sie durchlässiger, löst Juckreiz aus und zieht die Bronchien zusammen; H2 regt die Magensäure an und beschleunigt den Herzschlag; H3 steuert im Gehirn Wachheit und die Freisetzung anderer Botenstoffe; H4 lenkt Abwehrzellen. Im Darm kommt Histamin zusätzlich aus der Nahrung – besonders aus gereiften und fermentierten Lebensmitteln – und von Darmbakterien, die Histidin umwandeln. Abgebaut wird es außerhalb der Zellen durch die Diaminoxidase (DAO), innerhalb der Zellen durch die Histamin-N-Methyltransferase.
Histamin niedrig – was bedeutet das?
Ein niedriger Wert im Stuhl ist der Normalfall: Die Darmbakterien bilden wenig Histamin, und was aus der Nahrung oder aus Mastzellen der Schleimhaut stammt, wird von der DAO zügig abgebaut. Im Darm wirkt dann nur wenig Histamin auf Schleimhaut und Darmmuskulatur.
Histamin erhöht – was passiert im Körper?
Ist viel Histamin im Darm, wirkt es zunächst vor Ort: Über H1- und H2-Rezeptoren regt es die Darmmuskulatur und die Abgabe von Flüssigkeit in den Darm an – Krämpfe, Blähungen und Durchfall können folgen –, und die Gefäße der Schleimhaut werden durchlässiger. Reicht die Abbaukapazität der DAO nicht aus, gelangt ein Teil des Histamins über die Darmwand ins Blut und wirkt dort auf Gefäße, Haut und Herz: Kopfschmerzen, Hautrötung, Juckreiz, eine verstopfte Nase und Herzklopfen sind möglich. Erhöhte Werte entstehen, wenn histaminbildende Bakterien im Darm zahlreicher sind, bei viel Histamin aus der Nahrung, wenn Mastzellen in der Schleimhaut vermehrt Histamin freisetzen – etwa bei Entzündungen oder allergischen Reaktionen – oder wenn wenig DAO gebildet wird.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: histamine, dao, diaminoxidase, histaminunverträglichkeit, histaminintoleranz, mastzellen, histamin stuhl, intestinales histamin, darm-histamin
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Kopfschmerzen nach Essen
- Flush / Rötung
- Herzrasen
- Blähungen
- Juckreiz
- Schnupfen
- Histaminunverträglichkeit
- Nahrungsmittelreaktion
- Durchfall
- Bauchkrämpfe
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
