Adrenalin
Adrenalin (Epinephrin) ist das Kampf-oder-Flucht-Hormon der Nebenniere. Es mobilisiert sofort Energie, steigert Herzrate und Blutdruck und hemmt Verdauung und Immunsystem. Bei anhaltendem Stress kann sich die Ausschüttung verändern; in Studien wurden sowohl erhöhte als auch verminderte Werte beobachtet. Gemessen im Urin über 24 h oder als Spot-Urin.
Was Adrenalin im Körper macht
Adrenalin wird im Nebennierenmark gebildet: Aus Tyrosin entstehen über L-Dopa und Dopamin zuerst Noradrenalin und dann, mit einer Methylgruppe aus S-Adenosylmethionin, Adrenalin. Das Enzym für diesen letzten Schritt wird von Cortisol aus der Nebennierenrinde angeregt. Bei Belastung, Kälte, Schmerz, Angst oder Unterzuckerung schütten Nervenimpulse Adrenalin ins Blut aus. Über β1-Rezeptoren schlägt das Herz schneller und kräftiger, über β2-Rezeptoren weiten sich Bronchien und die Gefäße in der Muskulatur, über α1-Rezeptoren verengen sich die Gefäße von Haut und Verdauungstrakt. Die Leber setzt Glukose aus dem Glykogen frei und bildet neue, das Fettgewebe gibt Fettsäuren ab, und die Insulinausschüttung wird gebremst – so steigt der Blutzucker. Abgebaut wird Adrenalin über die Enzyme COMT und MAO zu Metanephrin und Vanillinmandelsäure.
Adrenalin niedrig – was passiert im Körper?
Wird wenig Adrenalin ausgeschüttet, fällt die schnelle Gegenregulation schwächer aus. Sinkt der Blutzucker, setzt die Leber langsamer Glukose frei, und typische Warnzeichen einer Unterzuckerung wie Zittern, Herzklopfen und Schwitzen sind weniger ausgeprägt. Herz und Kreislauf passen sich Belastungen und dem Aufstehen langsamer an. Niedrige Werte kommen vor, wenn das Nebennierenmark geschädigt ist, wenn Cortisol fehlt und das Enzym für den letzten Bildungsschritt weniger angeregt wird, bei Störungen der vegetativen Nerven, etwa bei lange bestehendem Diabetes, sowie in ruhigen Phasen ohne Belastung.
Adrenalin hoch – was passiert im Körper?
Steigt Adrenalin, überwiegen seine Wirkungen auf Herz, Gefäße und Stoffwechsel: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, Hände und Füße werden schlechter durchblutet, der Blutzucker und die freien Fettsäuren steigen, Schweißdrüsen werden aktiv, und die Muskulatur kann zittern. Verdauung und Schlafbereitschaft treten zurück. Höhere Werte entstehen bei körperlicher und seelischer Belastung, bei Unterzuckerung, Schmerzen, Kälte, durch Koffein und Nikotin sowie unter manchen Medikamenten. Sehr hohe oder anfallsartig erhöhte Werte werden ärztlich abgeklärt.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: epinephrin, epinephrine, adrenaline
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Erschöpfung bei Stress
- Herzrasen
- Kalte Hände/Füße
- Schlafstörung
- Burnout
- Panikattacken
- Zittern
- Schwitzen
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
