Mikrobiom Darmflora Leaky Gut Histamin Zonulin Verdauung

Zonulin / Leaky Gut

Zonulin reguliert die Permeabilität der Tight Junctions im Darmepithel. Erhöhte Zonulin-Werte werden als Hinweis auf eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand (Leaky Gut) mit angesehen. Eine erhöhte Permeabilität wird im Zusammenhang mit systemischer Entzündung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Histaminproblemen untersucht. In Untersuchungen regen Gliadin aus Gluten und bestimmte Darmbakterien die Zonulin-Ausschüttung an.

Was Zonulin im Körper macht

Die Zellen der Darmschleimhaut sind untereinander durch Eiweißverbindungen verschlossen, die Tight Junctions. Sie bestimmen, was zwischen den Zellen hindurch in die Darmwand gelangt – Wasser und kleine Teilchen ja, größere Moleküle, Nahrungsbestandteile und Bakterien nein. Zonulin ist ein Signaleiweiß, das die Darmzellen selbst ausschütten; als Zonulin wurde die Vorstufe des Haptoglobin-2 erkannt. Es bindet an Rezeptoren auf der Zelloberfläche und löst eine Umordnung des Zellgerüsts aus, durch die sich die Tight Junctions vorübergehend öffnen. Auslöser sind in Untersuchungen vor allem Bakterien im Dünndarm und Gliadin, ein Bestandteil von Gluten. Das kurzzeitige Öffnen spült Wasser in den Darm und hilft so, Erreger auszuschwemmen. Die gängigen Testverfahren erfassen neben Zonulin auch strukturverwandte Eiweiße; der Wert wird deshalb zusammen mit anderen Barriere- und Entzündungsmarkern gelesen.

Zonulin niedrig – was bedeutet das?

Ein niedriger Wert ist der Normalfall: Die Darmzellen schütten wenig Zonulin aus, und die Tight Junctions bleiben überwiegend geschlossen. Menschen, die von Geburt an nur die Haptoglobin-1-Variante tragen, bilden die Zonulin-Vorstufe gar nicht – bei ihnen sind niedrige Werte genetisch bedingt und sagen nichts über die Durchlässigkeit der Darmwand aus.

Zonulin erhöht – was passiert im Körper?

Wird dauerhaft viel Zonulin ausgeschüttet, bleiben die Tight Junctions länger geöffnet. Dann gelangen mehr Stoffe aus dem Darminhalt zwischen den Zellen hindurch in die Darmwand: unvollständig verdaute Nahrungseiweiße, Bakterienbestandteile wie Lipopolysaccharide und Stoffwechselprodukte der Darmflora. Die Abwehrzellen in der Darmwand reagieren darauf und schütten Entzündungsbotenstoffe aus, die die Tight Junctions zusätzlich lockern – so kann sich die erhöhte Durchlässigkeit selbst verstärken. Ein Teil der Botenstoffe und Bakterienbestandteile erreicht über das Blut auch andere Organe. Erhöhte Werte wurden in Studien bei Zöliakie, bei Typ-1-Diabetes, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und bei einer veränderten Darmflora beobachtet.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: zonulin, leaky gut, darmpermeabilität, tight junctions, intestinal permeability, darmbarriere, prähaptoglobin-2

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Blähungen
  • Brain Fog
  • Autoimmunerkrankung
  • Hautprobleme
  • Gelenkschmerzen
  • Chronische Erschöpfung
  • Histaminprobleme

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

← Alle Biomarker A–Z

Diese Seite weitergeben
Per E-Mail

Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.