Succinat (Bernsteinsäure)
Zitratzyklus-Intermediat, Substrat der Succinat-Dehydrogenase (Komplex II der Atmungskette). Erhöht bei mitochondrialer Dysfunktion und Entzündung.
Was Succinat im Körper macht
Succinat entsteht im Citratzyklus aus Succinyl-CoA; bei diesem Schritt bildet die Zelle direkt ein energiereiches Molekül (GTP oder ATP). Die Succinat-Dehydrogenase, die Succinat zu Fumarat umsetzt, nimmt eine Sonderstellung ein: Sie ist zugleich Komplex II der Atmungskette und gibt die Elektronen über ihren Cofaktor FAD (aus Vitamin B2) und Eisen-Schwefel-Zentren direkt an Coenzym Q10 weiter. Succinat verbindet damit den Citratzyklus unmittelbar mit der Atmungskette. Außerhalb der Mitochondrien wirkt Succinat als Signal: Über den Rezeptor SUCNR1 und indem es den Sauerstoffmangel-Faktor HIF-1α stabilisiert, regt es Abwehrzellen zur Bildung von Entzündungsbotenstoffen an.
Succinat niedrig – was passiert im Körper?
Ein niedriger Wert zeigt meist, dass Succinat zügig weiterverarbeitet wird und die Succinat-Dehydrogenase gut arbeitet. Weniger Succinat entsteht auch, wenn die vorgelagerten Schritte langsamer laufen – etwa wenn die Alpha-Ketoglutarat-Dehydrogenase wegen eines Mangels an Vitamin B1 oder anderen B-Vitaminen gebremst ist – oder wenn Succinyl-CoA vermehrt für andere Wege abgezweigt wird, zum Beispiel für die Bildung von Häm, dem farbgebenden Baustein des Hämoglobins. Dann erhält auch die Atmungskette über Komplex II weniger Elektronen.
Succinat hoch – was passiert im Körper?
Staut sich Succinat, wird es schneller gebildet, als die Succinat-Dehydrogenase es umsetzt. Das Enzym braucht Vitamin B2 und intakte Eisen-Schwefel-Zentren und gibt seine Elektronen an Coenzym Q10 ab – fehlt einer dieser Bausteine oder ist die Atmungskette bei Sauerstoffmangel überlastet, wird Succinat langsamer abgebaut. Unter Sauerstoffmangel kann das Enzym sogar in umgekehrter Richtung arbeiten, sodass sich Succinat zusätzlich anreichert. Angereichertes Succinat gelangt aus den Zellen ins Blut und regt über SUCNR1 und HIF-1α Entzündungsreaktionen an; kehrt der Sauerstoff zurück, wird es rasch oxidiert, und in der Atmungskette entstehen dabei vermehrt reaktive Sauerstoffverbindungen. Erhöhte Werte wurden in Studien bei Entzündungen, nach intensiver Belastung und bei Störungen der Atmungskette beobachtet; auch Darmbakterien bilden Succinat.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: succinat, succinate, bernsteinsäure
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Erschöpfung
- Entzündungen
- Mitochondriale Dysfunktion
- Muskelschwäche
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
