pH-Wert im Stuhl (Stuhl-pH)
Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine Probe ist. Im Stuhl spiegelt er das Milieu im Dickdarm wider, das vor allem die Stoffwechselprodukte der Darmbakterien bestimmen. Gemessen wird er in einer Stuhlprobe, meist zusammen mit den Verdauungsrückständen, der Mikrobiom-Analyse und Entzündungsmarkern. Der Wert ist nicht stabil: Er schwankt mit der Ernährung der letzten Tage, mit der Stuhlkonsistenz und mit der Dauer der Darmpassage. Im vorderen Dickdarm ist das Milieu in der Regel saurer als im hinteren Abschnitt, weil dort mehr Kohlenhydrate vergoren werden.
Was den pH-Wert im Darm bestimmt
Vergären Bakterien Ballaststoffe, resistente Stärke und unverdaute Zucker, entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat sowie Milchsäure; sie säuern den Darminhalt an. Zersetzen Bakterien dagegen Eiweiß, entstehen Ammoniak und Amine, die basisch wirken. Ein leicht saures Milieu begünstigt Bifidobakterien und Laktobazillen und erschwert vielen säureempfindlichen Keimen das Wachstum. Es hält Calcium und Magnesium gelöst, sodass sie auch im Dickdarm aufgenommen werden können. Zudem liegt Ammoniak bei saurem pH überwiegend als Ammonium vor, das schlechter durch die Darmwand ins Blut übertritt. Die Darmschleimhaut nimmt die Fettsäuren rasch auf; wie sauer der Stuhl ist, hängt daher von Bildung und Aufnahme zugleich ab.
Stuhl-pH zu sauer (niedrig) – was passiert im Körper?
Ein deutlich saurer Stuhl entsteht, wenn große Mengen Kohlenhydrate im Dickdarm vergoren werden. Das ist etwa der Fall, wenn Laktose, Fruktose oder Sorbit im Dünndarm unvollständig aufgenommen werden, bei einer sehr schnellen Darmpassage oder bei Durchfall, wenn die Fettsäuren nicht mehr rechtzeitig von der Schleimhaut aufgenommen werden. Die vielen Säuren und die mitentstehenden Gase führen zu Blähungen, Bauchgrummeln und weichem, oft sauer riechendem Stuhl. Die Haut am After kann gereizt und wund werden, was bei Säuglingen und Kleinkindern besonders auffällt. Auch eine geringere Enzymleistung der Bauchspeicheldrüse kann über unverdaute Kohlenhydrate zu einem saureren Stuhl beitragen.
Stuhl-pH basisch (hoch) – was passiert im Körper?
Ein basischer Stuhl zeigt, dass im Dickdarm wenig Säure gebildet wird oder die Eiweißfäulnis überwiegt. Das kommt bei ballaststoffarmer, eiweißreicher Kost vor, wenn kohlenhydratvergärende Bakterien wie Bifidobakterien wenig vertreten sind, etwa nach Antibiotika, und bei langsamer Darmpassage mit Verstopfung, weil der Stuhl dann länger zersetzt wird. Bei der Eiweißfäulnis entstehen neben Ammoniak auch Phenole, Indole und Schwefelwasserstoff, die den Stuhl und die Winde übel riechen lassen. In einem basischen Milieu können sich säureempfindliche Keime leichter vermehren. Zusammen mit Indikan, Skatol, Iso-Fettsäuren und der Mikrobiom-Analyse ergibt sich ein Bild davon, welche Gärungsprozesse im Darm überwiegen.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: ph-wert, stuhl-ph, ph-wert im stuhl, säuregrad des stuhls, darm-ph
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Blähungen
- Durchfall
- Verstopfung
- Übelriechender Stuhl
- Wunde Haut am After
Analysen, die diesen Wert enthalten
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
