Parasiten (Darm)
Darmparasiten können Beschwerden verursachen, die einem Reizdarm ähneln, und werden deshalb bei anhaltenden Darmbeschwerden mit untersucht. Blastocystis hominis und Dientamoeba fragilis werden bei anhaltenden Darmbeschwerden häufig mit gefunden – allerdings ebenso bei Menschen ohne Beschwerden; ihre Bedeutung als Krankheitserreger ist umstritten. Giardia lamblia verursacht akute und chronische Malabsorption. PCR-Diagnostik ist deutlich sensitiver als klassische Mikroskopie.
Welche Parasiten im Darm vorkommen
Darmparasiten teilen sich in zwei große Gruppen. Einzeller (Protozoen) wie Giardia, Cryptosporidium, Cyclospora und Entamoeba vermehren sich im Darm selbst, sodass aus wenigen aufgenommenen Erregern sehr viele werden können. Würmer (Helminthen) wie Madenwürmer, Spulwürmer oder Bandwürmer vermehren sich dagegen meist nicht im Menschen; ihre Zahl hängt davon ab, wie viele Eier oder Larven aufgenommen werden. Wichtig ist auch der Ort: Giardia, Cryptosporidium und Cyclospora besiedeln den Dünndarm, wo Nährstoffe aufgenommen werden; Entamoeba, Blastocystis und Dientamoeba leben im Dickdarm. Bei Blastocystis und Dientamoeba ist umstritten, ob sie überhaupt Beschwerden verursachen.
Wie Darmparasiten auf Schleimhaut und Immunsystem wirken
Parasiten im Dünndarm schädigen vor allem die Darmzotten: Die Aufnahmefläche schrumpft, Verdauungsenzyme der Schleimhaut gehen verloren, und es kommt eher zu wässrigem Durchfall, Fettstühlen und Nährstofflücken. Parasiten, die die Dickdarmwand angreifen, lösen dagegen Entzündungen mit Schleim oder Blut im Stuhl aus. Auch die Immunantwort unterscheidet sich: Gegen Einzeller arbeiten vor allem T-Zellen, Interferon-γ und sekretorisches IgA. Gegen Würmer schaltet der Körper auf eine Abwehr mit eosinophilen Granulozyten, IgE-Antikörpern und vermehrter Schleimbildung um, die die Würmer aus dem Darm spülen soll – deshalb steigen die Eosinophilen im Blut eher bei Wurmbefall als bei Einzellern.
Was passiert, wenn sich Parasiten im Darm stark vermehren?
Wie stark sich Einzeller vermehren, hängt vor allem von der Immunabwehr ab; bei geschwächter Abwehr können Infektionen lange anhalten und schwer verlaufen. Eine dichte Besiedlung verdrängt Teile der Bakterienflora, lockert die Darmbarriere und beansprucht Nährstoffe: Bestimmte Bandwürmer nehmen Vitamin B12 auf, Hakenwürmer verursachen Blutverluste und damit Eisenmangel. Viele Träger haben dennoch keine Beschwerden. Nach überstandenen Darminfektionen wurden in Studien gehäuft anhaltende Reizdarm-Beschwerden beobachtet; als Mechanismen werden eine fortbestehende leichte Entzündung, vermehrte Mastzellen in der Darmwand und eine erhöhte Empfindlichkeit der Darmnerven untersucht.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: parasiten, giardia, blastocystis, dientamoeba, entamoeba, cryptosporidium
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Chronischer Durchfall
- Blähungen
- Bauchkrämpfe
- Übelkeit
- Erschöpfung
- Gewichtsverlust
- Reizdarm
- Nährstoffmangel trotz Ernährung
- Schleim im Stuhl
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
