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Östrogen / Estradiol

Estradiol (E2) ist das stärkste natürliche Östrogen. Es reguliert Menstruationszyklus, Knochendichte, Stimmung, Kognition und kardiovaskuläre Gesundheit. Progesteron bremst viele Wirkungen von Östrogen; überwiegt Östrogen im Verhältnis zu Progesteron, wird das oft als „Östrogendominanz“ bezeichnet – ein Begriff, der medizinisch nicht einheitlich definiert ist. ß-Glucuronidase im Darm kann die Bindung von Östrogen an Glucuronsäure wieder lösen, sodass es erneut ins Blut aufgenommen werden kann.

Welche Östrogene der Körper bildet

„Östrogen“ ist der Sammelname für eine Gruppe von Hormonen. Die drei wichtigsten sind Östron (E1), Östradiol (E2) und Östriol (E3); sie unterscheiden sich in der Zahl ihrer Hydroxygruppen und darin, wie stark sie an die Östrogenrezeptoren binden. Östradiol wirkt am stärksten und überwiegt bei der Frau in den fruchtbaren Jahren. Östron ist schwächer und wird zum Hauptöstrogen nach den Wechseljahren, wenn es überwiegend im Fettgewebe aus Vorstufen der Nebenniere entsteht. Östriol wirkt am schwächsten und wird vor allem in der Schwangerschaft in der Plazenta in großer Menge gebildet. Östron und Östradiol können über das Enzym 17β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase ineinander umgewandelt werden.

Wie Östrogen im Blut transportiert wird und an der Zelle wirkt

Im Blut ist Östradiol größtenteils an Eiweiße gebunden: fest an das sexualhormonbindende Globulin (SHBG), locker an Albumin. Nur ein kleiner freier Anteil kann in die Zellen gelangen; im Speichel findet sich vor allem dieser freie Anteil. In der Zelle bindet Östrogen an zwei Rezeptortypen, ERα und ERβ, die als Schalter für Gene im Zellkern wirken. ERα überwiegt etwa in Gebärmutter, Brustdrüse und Leber, ERβ unter anderem in Eierstöcken, Darm, Gefäßwand und Teilen des Gehirns – deshalb wirkt dasselbe Hormon in verschiedenen Geweben unterschiedlich. Ein dritter Rezeptor in der Zellmembran, GPER, vermittelt sehr schnelle Wirkungen. Östrogen selbst lässt die Leber mehr SHBG bilden, Insulin und Testosteron senken es.

Östrogen und Progesteron – was passiert, wenn das Verhältnis kippt?

Östrogen und Progesteron arbeiten im Zyklus aufeinander abgestimmt. Östrogen lässt in der ersten Zyklushälfte die Gebärmutterschleimhaut wachsen und bildet dort Rezeptoren für Progesteron. Nach dem Eisprung verringert Progesteron die Zahl der Östrogenrezeptoren und schaltet ein Enzym ein, das Östradiol in das schwächere Östron umwandelt; so bremst es das Wachstum und verwandelt die Schleimhaut in ein Gewebe, das eine Einnistung aufnehmen kann. Bleibt der Eisprung aus oder wird zu wenig Progesteron gebildet – etwa in den Jahren vor den Wechseljahren –, fehlt diese Bremse, auch wenn Östradiol selbst nicht erhöht ist. Die Schleimhaut kann dann stärker wachsen, die Brust spannen, und die Blutung kann unregelmäßiger oder stärker werden.

Östrogen-Rückführung über den Darm – was passiert bei viel ß-Glucuronidase?

Die Leber macht Östrogene ausscheidungsfähig, indem sie Glucuronsäure oder Sulfat daran hängt; ein Teil gelangt so mit der Galle in den Darm. Bestimmte Darmbakterien bilden das Enzym ß-Glucuronidase, das die Glucuronsäure wieder abspaltet. Das freigesetzte Östrogen kann durch die Darmwand erneut ins Blut aufgenommen werden – dieser Kreislauf zwischen Leber und Darm heißt enterohepatischer Kreislauf, und die Gesamtheit der daran beteiligten Darmbakterien wird als Estrobolom bezeichnet. Ist die ß-Glucuronidase-Aktivität hoch, wird mehr Östrogen zurückgeholt und weniger mit dem Stuhl ausgeschieden; ist sie niedrig, etwa nach einer Antibiotikabehandlung, wird mehr ausgeschieden. Wie stark sich das auf den Östrogenspiegel im Blut auswirkt, wird in Studien noch untersucht.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: östrogen, estrogen, estradiol, e2, östriol, östron

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • PMS
  • Stimmungsschwankungen
  • Regelschmerzen
  • Schlafprobleme
  • Gewichtszunahme Hüften
  • Brustspannen
  • Libidoverlust
  • Hitzewallungen
  • Wechseljahresbeschwerden

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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