Laktat
Stoffwechselprodukt der Glykolyse, das vermehrt entsteht, wenn Pyruvat nicht schnell genug in den Mitochondrien verwertet wird. Das Laktat/Pyruvat-Verhältnis wird bei Fragen zum Energiestoffwechsel mit angesehen. Erhöht bei intensivem Sport, Hypoxie oder Mitochondrienpathologie.
Was Laktat im Körper macht
Laktat entsteht im Zellplasma, wenn die Laktatdehydrogenase Pyruvat mit Hilfe von NADH umbaut; dabei wird NAD⁺ zurückgewonnen, das die Glykolyse für ihren weiteren Ablauf braucht. Das geschieht nicht nur bei Sauerstoffmangel: Rote Blutkörperchen besitzen keine Mitochondrien und gewinnen ihre Energie ausschließlich auf diesem Weg, und auch Muskeln bilden bei rascher Arbeit mehr Laktat, als sie sofort verwerten. Laktat ist dabei kein Abfall, sondern ein Brennstoff, der zwischen den Organen wandert: Herz, ruhende Muskeln, Nieren und Gehirn wandeln es zurück in Pyruvat und verbrennen es in ihren Mitochondrien, und die Leber baut es im Cori-Zyklus wieder zu Glucose auf.
Laktat niedrig – was bedeutet das?
Niedrige Werte sind in Ruhe der Normalfall: Laktat wird ungefähr so schnell verwertet, wie es entsteht, weil genug Sauerstoff vorhanden ist und die Mitochondrien Pyruvat zügig aufnehmen. Auch bei kohlenhydratarmer Ernährung, beim Fasten oder nach langer Ausdauerbelastung mit geleerten Glykogenspeichern entsteht weniger Laktat, weil die Glykolyse dann weniger Glucose umsetzt. Eine eigene krankhafte Bedeutung haben niedrige Werte in der Regel nicht.
Laktat hoch – was passiert im Körper?
Steigt Laktat, entsteht es schneller, als Leber, Herz und Muskeln es abbauen. Bei intensiver Belastung reicht der Sauerstoff in den arbeitenden Muskeln nicht mehr aus, und die Glykolyse liefert ATP auf dem schnellen Weg über Laktat. In Ruhe zeigt ein erhöhter Wert, dass Pyruvat schlechter in die Mitochondrien gelangt oder dort verwertet wird – etwa bei Sauerstoffmangel im Gewebe durch Kreislauf- oder Lungenerkrankungen oder starke Blutarmut, bei Vitamin-B1-Mangel, bei Störungen der Atmungskette oder unter Medikamenten wie Metformin; auch eine eingeschränkte Leberfunktion verlangsamt den Abbau. Zusammen mit der verstärkten Laktatbildung sammeln sich Wasserstoffionen an. Sehr hohe Mengen säuern das Blut an (Laktatazidose), was sich mit schneller Atmung, Übelkeit und Schwäche zeigt – das ist ein Notfall.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: lactat, milchsäure
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Muskelschwäche
- Erschöpfung
- Muskelkrämpfe nach Sport
- Atemnot
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
