Mikrobiom Darmflora Leaky Gut Histamin Zonulin Verdauung

β-Hydroxybutyrat (BHB)

β-Hydroxybutyrat (BHB) ist der wichtigste Ketonkörper und zeigt den Grad der Fettverbrennung/Ketose an. BHB ist nicht nur Brennstoff, sondern auch ein Signalmolekül: In Zell- und Tierversuchen hemmte BHB das NLRP3-Inflammasom, einen Auslöser von Entzündungsreaktionen, sowie bestimmte Histon-Deacetylasen, die das Ablesen von Genen steuern. In den Organischen Säuren messbar. Erhöht bei Fasten, ketogener Ernährung, Diabetes (Ketoazidose) und mitochondrialem Stress.

Was BHB im Körper macht

Chemisch ist BHB kein Keton, sondern eine Hydroxysäure: Die Leber bildet es aus dem eigentlichen Ketonkörper Acetoacetat, indem sie NADH darauf überträgt. Wie viel BHB im Verhältnis zu Acetoacetat entsteht, hängt deshalb vom NADH/NAD⁺-Verhältnis in den Lebermitochondrien ab. Im Blut ist BHB die stabilere Transportform, denn anders als Acetoacetat zerfällt es nicht teilweise zu Aceton, das über den Atem abgegeben wird. In den Zielzellen – vor allem Herz, Skelettmuskeln, Nieren und Gehirn – wird BHB über Acetoacetat und das Enzym SCOT wieder zu Acetyl-CoA, das in den Citratzyklus einfließt. Daneben wirkt BHB als Botenstoff: Über den Rezeptor HCA2 auf Fettzellen bremst es die weitere Fettfreisetzung, und es hemmt bestimmte Histon-Deacetylasen, die das Ablesen von Genen steuern.

BHB niedrig – was bedeutet das?

Ist BHB niedrig, gewinnen die Zellen ihre Energie überwiegend aus Glucose: Insulin bremst die Fettfreisetzung, und die Leber verbrennt Acetyl-CoA im Citratzyklus oder nutzt es zum Aufbau von Fett, statt Ketonkörper daraus zu bilden. Das ist bei regelmäßiger, kohlenhydrathaltiger Ernährung zu erwarten. Bleibt der Wert auch nach längerer Nahrungspause sehr niedrig, kann das mit einer gebremsten Fettverwertung zusammenhängen – etwa wenn wenig Carnitin für den Transport der Fettsäuren bereitsteht oder Enzyme der Beta-Oxidation nicht ausreichend arbeiten; Muskeln und Gehirn sind dann in Fastenphasen stärker auf den Blutzucker angewiesen.

BHB hoch – was passiert im Körper?

Ein hoher Wert zeigt, dass die Leber Fettsäuren in großem Umfang zu Ketonkörpern umbaut und die Gewebe diesen Brennstoff nutzen. Ein besonders hoher BHB-Anteil im Verhältnis zu Acetoacetat zeigt zusätzlich, dass in den Lebermitochondrien viel NADH vorliegt – ausgeprägt beim Abbau von Alkohol und bei Sauerstoffmangel. Ketonkörper sind Säuren: Solange Insulin ihre Bildung begrenzt, gleicht der Körper sie über Atmung und Nieren aus; werden sie bei ausgeprägtem Insulinmangel ungebremst gebildet, sinkt der pH-Wert des Blutes. Erhöhte Werte kommen bei Fasten, ketogener Ernährung, langer Ausdauerbelastung, Diabetes, Alkoholkonsum mit wenig Nahrung und unter SGLT2-Hemmern vor. In den Urin gelangt BHB, wenn die Nieren mehr Ketonkörper filtern, als sie zurückholen.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: beta-hydroxybutyrat, bhb, ketone, ketose, ketonkörper, ketogen

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Erschöpfung
  • Blutzuckerschwankungen
  • Energiemangel
  • Brain Fog
  • Übergewicht
  • Fruchtiger Atemgeruch

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

← Alle Biomarker A–Z

Diese Seite weitergeben
Per E-Mail

Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.