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Helicobacter pylori

Helicobacter pylori besiedelt die Magenschleimhaut vieler Menschen, meist ohne Beschwerden. Das Bakterium produziert Urease, neutralisiert Magensäure lokal und verursacht chronische Gastritis. Wird bei Magengeschwüren und chronischer Gastritis (Typ B) mit angesehen. Einfacher Nachweis per Stuhlantigen-Test.

Wie Helicobacter pylori im Magen lebt

Helicobacter pylori ist ein spiralförmiges Bakterium mit mehreren Geißeln. Im sauren Mageninhalt würde es nicht lange überleben; es schwimmt deshalb gezielt in die Schleimschicht, die die Magenwand bedeckt und in Richtung Schleimhaut weniger sauer ist. Dort heftet es sich mit Haftproteinen an Zuckerstrukturen auf den Magenzellen. Erworben wird es meist schon in der Kindheit, vor allem innerhalb der Familie über Speichel oder Stuhl. Ohne gezielte Beseitigung bleibt die Besiedlung in der Regel lebenslang bestehen.

Wie Helicobacter pylori auf Magenschleimhaut und Immunsystem wirkt

Viele Stämme spritzen über einen feinen Eiweißkanal das Protein CagA in die Magenzellen. CagA verändert deren Signalwege, Zellform und Teilung und regt sie an, den Botenstoff Interleukin-8 freizusetzen, der neutrophile Granulozyten anlockt. Das Gift VacA bildet Poren in den Zellen und bremst T-Zellen. Die Schleimhaut entzündet sich dauerhaft, doch die Abwehr kann den Keim nicht beseitigen: Er sitzt in der Schleimschicht außerhalb ihrer Reichweite und fördert zudem regulatorische T-Zellen, die die Immunantwort dämpfen. So entsteht ein Gleichgewicht aus anhaltender Entzündung und fortbestehender Besiedlung.

Was passiert bei Helicobacter-pylori-Besiedlung auf Dauer?

Was folgt, hängt davon ab, wo die Entzündung sitzt. Betrifft sie vor allem den unteren Magenteil, sinkt dort das bremsende Hormon Somatostatin, Gastrin steigt, und der Magen bildet mehr Säure – das begünstigt Geschwüre im Zwölffingerdarm. Betrifft sie den Magenkörper, gehen säurebildende Zellen zugrunde; die Schleimhaut kann sich zurückbilden und in darmähnliches Gewebe umbauen. Daraus erklärt sich das erhöhte Risiko für Magenkrebs und für MALT-Lymphome; die WHO stuft den Keim als krebserregend ein. Die meisten Besiedelten erkranken jedoch nie. Dass ein Fehlen des Keims mit mehr Refluxbeschwerden oder Asthma einhergeht, wurde in Studien beobachtet, ist aber umstritten.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: helicobacter, h. pylori, hp, magenbakterien, gastritis, magengeschwür

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Magenschmerzen
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • Aufstoßen
  • Blähungen
  • Appetitlosigkeit
  • Unklare Oberbauchbeschwerden
  • Eisenmangel

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.