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Glutamat

Glutamat ist der häufigste erregende Neurotransmitter im Gehirn. Im Gleichgewicht mit GABA essenziell für Lernen, Gedächtnis und synaptische Plastizität. Wirkt Glutamat im Gehirn zu stark oder zu lange, kann es Nervenzellen überreizen und schädigen (Exzitotoxizität); Entzündungen und ein Ungleichgewicht zu GABA werden dabei mit betrachtet, Magnesium bremst den NMDA-Rezeptor. Gemessen im Neurotransmitter Plus.

Was Glutamat im Körper macht

Glutamat entsteht aus Glutamin und aus Alpha-Ketoglutarat, einem Zwischenprodukt des Energiestoffwechsels, auf das andere Aminosäuren ihre Aminogruppe übertragen (dafür wird Vitamin B6 gebraucht). Im Gehirn speichern Nervenzellen Glutamat in Bläschen und schütten es an den Kontaktstellen aus. Es bindet an AMPA- und NMDA-Rezeptoren der nächsten Zelle; Natrium und Calcium strömen ein, und das Signal wird weitergeleitet. Der NMDA-Rezeptor ist im Ruhezustand durch Magnesium verschlossen und öffnet sich erst bei starker Erregung – der dann einströmende Calcium-Impuls verstärkt Verbindungen zwischen Nervenzellen und ist eine Grundlage von Lernen und Gedächtnis. Stützzellen nehmen Glutamat rasch wieder auf, wandeln es in Glutamin um und geben es an die Nervenzellen zurück. Aus Glutamat bildet die Glutamat-Decarboxylase mit Vitamin B6 den hemmenden Botenstoff GABA. Außerhalb des Gehirns ist Glutamat eine Drehscheibe des Stickstoffstoffwechsels und Baustein von Glutathion. Glutamat aus dem Blut gelangt kaum durch die Blut-Hirn-Schranke; Werte in Blut oder Urin spiegeln deshalb vor allem den Stoffwechsel im übrigen Körper wider.

Glutamat niedrig – was bedeutet das?

Niedrige Werte in Blut oder Urin zeigen, dass weniger Glutamat aus Eiweiß und Stoffwechsel anfällt oder dass es verstärkt weiterverarbeitet wird – etwa zu Glutamin, um Ammoniak zu binden, oder zu Glutathion bei hohem antioxidativem Bedarf. Eine eigene Folge für das Gehirn lässt sich daraus nicht ableiten, weil das Gehirn sein Glutamat selbst bildet. Steht dem Körper insgesamt wenig Glutamat zur Verfügung, fehlt Ausgangsmaterial für Glutathion und GABA.

Glutamat hoch – was passiert im Körper?

Bleibt Glutamat im Gehirn zu lange an den Kontaktstellen, sind NMDA-Rezeptoren dauerhaft geöffnet: Es strömt so viel Calcium in die Nervenzellen, dass Enzyme überaktiv werden, die Mitochondrien unter Druck geraten und Zellen geschädigt werden können – das wird Exzitotoxizität genannt. Die Wiederaufnahme durch die Stützzellen braucht Energie; sie stockt bei Sauerstoff- und Energiemangel und wird durch Entzündungsbotenstoffe gebremst, und aktivierte Immunzellen des Gehirns setzen selbst Glutamat frei. Im Nervensystem überwiegt dann die Erregung gegenüber der Hemmung durch GABA. Im übrigen Körper wurden erhöhte Glutamatwerte im Blut in Studien bei Insulinresistenz und Übergewicht beobachtet.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: glutamate, glutaminsäure, msg

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Überreizung
  • Tinnitus
  • Burnout
  • Angst
  • Migräne
  • Konzentrationsprobleme
  • Innere Unruhe
  • Einschlafprobleme

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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