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Gallensäuren (Stuhl)

Gallensäuren im Stuhl geben Hinweise darauf, wie Galle gebildet und im Dünndarm zurückgewonnen wird und wie aktiv die Darmbakterien sie umwandeln. Primäre Gallensäuren werden durch Bakterien in sekundäre umgewandelt.

Was Gallensäuren im Körper machen

Die Leber bildet aus Cholesterin die primären Gallensäuren Cholsäure und Chenodesoxycholsäure, koppelt sie an Glycin oder Taurin und gibt sie mit der Galle ab; die Gallenblase speichert sie bis zur nächsten Mahlzeit. Im Dünndarm umhüllen Gallensäuren Nahrungsfette und bilden winzige Tröpfchen (Mizellen), sodass die Lipase angreifen kann und Fette sowie die Vitamine A, D, E und K aufgenommen werden. Der größte Teil der Gallensäuren wird im letzten Abschnitt des Dünndarms wieder aufgenommen und kehrt über das Blut zur Leber zurück (enterohepatischer Kreislauf). Was in den Dickdarm gelangt, wandeln Bakterien zu sekundären Gallensäuren wie Desoxycholsäure und Lithocholsäure um. Gallensäuren sind außerdem Botenstoffe: Über die Rezeptoren FXR und TGR5 steuern sie ihre eigene Bildung, den Zucker- und Fettstoffwechsel und die Ausschüttung des Darmhormons GLP-1.

Gallensäuren niedrig – was passiert im Körper?

Wenig Gallensäuren im Stuhl können bedeuten, dass sie im Dünndarm gut zurückgewonnen werden – oder dass weniger Galle in den Darm gelangt, etwa wenn der Gallefluss aus Leber oder Gallenwegen gestört ist. Im zweiten Fall werden Nahrungsfette schlechter in Mizellen verpackt: Fett und die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K werden weniger aufgenommen, der Stuhl kann hell und fettig werden. Ein geringer Anteil sekundärer Gallensäuren zeigt außerdem, dass die Darmbakterien weniger umwandeln – das wurde etwa nach Antibiotika-Behandlungen beobachtet.

Gallensäuren erhöht – was passiert im Körper?

Gelangen viele Gallensäuren in den Dickdarm, ziehen sie dort Wasser und Salze in den Darm und regen die Darmbewegung an – es kann zu wässrigem Durchfall kommen, der als Gallensäurediarrhö bezeichnet wird. Die Leber gleicht die Verluste aus, indem sie mehr Gallensäuren aus Cholesterin neu bildet. Erhöhte Werte entstehen, wenn der letzte Dünndarmabschnitt Gallensäuren schlechter zurückgewinnt, etwa bei Morbus Crohn oder nach Operationen an diesem Abschnitt, nach Entfernung der Gallenblase, bei einer Fehlbesiedlung des Dünndarms, bei beschleunigter Darmpassage oder bei einer angeborenen Neigung zu übermäßiger Gallensäurebildung. Das Verhältnis von primären zu sekundären Gallensäuren zeigt zusätzlich, wie aktiv die Darmbakterien sie umwandeln.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: gallensäuren, bile acids, gallensäure-metabolismus

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Fettiger Stuhl
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Leberprobleme
  • Wässriger Durchfall

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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