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Calprotectin

Calprotectin ist ein Entzündungsmarker aus neutrophilen Granulozyten, der im Stuhl gemessen wird und zeigt, wie viele dieser Abwehrzellen in der Darmwand aktiv sind. Es wird bei der Beurteilung entzündlicher Darmerkrankungen mit angesehen.

Was Calprotectin im Körper macht

Calprotectin ist ein Eiweißkomplex aus den Bausteinen S100A8 und S100A9, der in großer Menge im Inneren neutrophiler Granulozyten vorkommt – der Abwehrzellen, die bei einer Entzündung als Erste ins Gewebe einwandern. Calprotectin bindet Zink und Mangan sehr fest und entzieht diese Spurenelemente damit Bakterien und Pilzen, die sie zum Wachsen brauchen. Wandern Granulozyten in die Darmschleimhaut ein, gelangt Calprotectin mit ihnen und aus zerfallenden Zellen in den Darminhalt. Dort wird es kaum abgebaut und bleibt im Stuhl über mehrere Tage stabil – deshalb spiegelt die Menge im Stuhl wider, wie viele Granulozyten in der Darmwand aktiv sind.

Calprotectin niedrig – was bedeutet das?

Ein niedriger Wert ist der Normalfall: In der Darmschleimhaut sind nur wenige Granulozyten unterwegs, und eine aktive Entzündung, bei der Abwehrzellen in größerer Zahl in die Darmwand einwandern, ist damit unwahrscheinlich. Beschwerden wie Blähungen oder ein veränderter Stuhlgang können trotzdem bestehen – sie haben dann meist Ursachen, die ohne Einwanderung von Granulozyten ablaufen, etwa in der Verdauung oder der Darmbewegung.

Calprotectin erhöht – was passiert im Körper?

Ein erhöhter Wert zeigt, dass Granulozyten vermehrt in die Darmschleimhaut einwandern. Angelockt werden sie von Botenstoffen, die die Schleimhaut ausschüttet, wenn sie durch Erreger, Schadstoffe oder eine Immunreaktion gereizt wird. Die Granulozyten setzen dort Enzyme und reaktive Sauerstoffverbindungen frei, um Erreger abzutöten; dabei wird auch die Schleimhaut selbst angegriffen, die Barriere wird durchlässiger, und Flüssigkeit und manchmal Blut treten in den Darm aus – mit Durchfall, Bauchschmerzen und Schleim im Stuhl. Erhöhte Werte kommen bei bakteriellen Darminfektionen vor, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, bei einer Divertikelentzündung sowie unter Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR und unter Säureblockern. Wie stark der Wert steigt, hängt vor allem davon ab, wie ausgedehnt die Entzündung ist.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: calprotectin, calprotektin, darmwandentzündung, colitis, crohn, entzündung darm

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Blut im Stuhl
  • Chronischer Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Gelenkentzündungen
  • Erschöpfung
  • Fieber unklarer Ursache
  • Schleim im Stuhl

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.