Blastocystis hominis (PCR)
Weltweit der häufigste intestinale Einzeller. Wird bei anhaltenden Darmbeschwerden mit untersucht. Die Pathogenität ist fachlich umstritten.
Wie Blastocystis im Darm lebt
Blastocystis ist ein Einzeller ohne Sauerstoffbedarf, der trotz seines früheren Namens „hominis“ nicht nur beim Menschen, sondern auch bei vielen Tieren vorkommt. Biologisch gehört er zu den Stramenopilen und ist damit eher mit Kieselalgen verwandt als mit Amöben. Er lebt im Inneren des Dickdarms, ernährt sich dort von Bakterien und Zellresten und dringt normalerweise nicht in die Schleimhaut ein. Übertragen wird er über widerstandsfähige Zysten – über verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder Kontakt zu Tieren. Es gibt zahlreiche Untertypen mit unterschiedlichen Eigenschaften; beim Menschen kommen einige wenige besonders oft vor. Eine Besiedlung kann über Monate und Jahre bestehen bleiben.
Wie Blastocystis auf Darmschleimhaut und Immunsystem wirkt
In Zell- und Tierversuchen bildeten einige Untertypen eiweißspaltende Enzyme (Cysteinproteasen), die sekretorisches IgA – den Schutzantikörper auf der Schleimhaut – zerlegen und die Verbindungen zwischen den Darmzellen lockern können; die Darmzellen schütteten daraufhin entzündungsfördernde Botenstoffe wie Interleukin-8 aus. Ob das beim Menschen zu Beschwerden führt, ist umstritten: In vielen Studien wurde Blastocystis bei Menschen ohne Beschwerden genauso oft oder sogar häufiger gefunden als bei Menschen mit Darmbeschwerden. Andere Studien brachten bestimmte Untertypen mit Reizdarm-Beschwerden in Verbindung. Seine Bedeutung als Krankheitserreger ist deshalb in der Forschung bislang nicht geklärt.
Was passiert, wenn Blastocystis sich stark vermehrt?
Eine große Zahl von Blastocystis wurde in Fallberichten und einzelnen Studien bei Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen beschrieben, vereinzelt auch zusammen mit Nesselsucht. Diskutiert wird, ob der Einzeller diese Beschwerden selbst auslöst oder ob er sich vor allem dann stark vermehrt, wenn sich das Darmmilieu aus anderen Gründen verändert hat – etwa nach einer Infektion oder bei einer veränderten Bakterienflora. Er wäre dann eher Begleiter als Ursache. Diese Frage ist in Studien umstritten und bislang nicht entschieden.
Was bedeutet es, wenn Blastocystis fehlt?
Das Fehlen von Blastocystis ist kein Mangel im medizinischen Sinn. In mehreren Mikrobiom-Studien hatten Menschen, die Blastocystis trugen, jedoch im Durchschnitt eine vielfältigere Bakterienflora, mit mehr Bakterien, die Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren vergären. Bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und nach Antibiotika wurde er in Studien seltener gefunden. Ob Blastocystis zu einer stabilen Darmflora beiträgt oder einfach dort gut überlebt, wo die Flora ohnehin vielfältig ist, ist offen.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: blastocystis, blastocystis hominis
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Chronischer Durchfall
- Blähungen
- Bauchkrämpfe
- Reizdarm
- Erschöpfung
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
