3-Hydroxybutyrat (Beta-Hydroxybutyrat)
Hauptketon-Körper. Erhöht bei Ketose (Fasten, ketogene Diät) oder Ketoazidose (Diabetes). Der Wert zeigt, wie viele Ketonkörper die Leber gerade aus Fettsäuren bildet.
Was 3-Hydroxybutyrat im Körper macht
Sinkt das Insulin – beim Fasten, bei wenig Kohlenhydraten oder bei langer Belastung –, setzt das Fettgewebe Fettsäuren frei. Die Leber nimmt sie auf, schleust sie mit Hilfe von Carnitin in ihre Mitochondrien und baut sie in der Beta-Oxidation zu Acetyl-CoA ab. Fällt dort mehr Acetyl-CoA an, als der Citratzyklus aufnehmen kann, verknüpft die Leber die Moleküle über HMG-CoA zu Acetoacetat und wandelt den größten Teil davon in 3-Hydroxybutyrat um. Die Leber selbst kann Ketonkörper nicht verwerten und gibt sie ins Blut ab. Herz, Muskeln, Nieren und – nach einigen Tagen Fasten in großem Umfang – auch das Gehirn wandeln 3-Hydroxybutyrat in ihren Mitochondrien zurück in Acetyl-CoA und gewinnen daraus Energie.
3-Hydroxybutyrat niedrig – was bedeutet das?
Ein niedriger Wert ist bei regelmäßigen, kohlenhydrathaltigen Mahlzeiten der Normalfall: Insulin hält die Fettfreisetzung gering, die Leber bildet kaum Ketonkörper, und die Zellen decken ihren Bedarf vor allem aus Glucose. Auch während einer Fastenphase kann der Wert noch niedrig sein, wenn die Umstellung auf die Fettverwertung gerade erst begonnen hat. Selten bleibt die Ketonkörperbildung trotz längerer Nahrungspause aus – das kommt bei angeborenen Störungen des Fettsäureabbaus oder des Carnitin-Transports vor; der Blutzucker kann dann beim Fasten stark abfallen.
3-Hydroxybutyrat hoch – was passiert im Körper?
Ein erhöhter Wert zeigt, dass die Leber viele Fettsäuren zu Ketonkörpern umbaut. Beim Fasten, bei ketogener Ernährung und nach langer Ausdauerbelastung ist das eine geregelte Umstellung: Ein Rest an Insulin begrenzt die Fettfreisetzung, und Herz, Muskeln und Gehirn verbrauchen die Ketonkörper laufend. Fehlt Insulin dagegen weitgehend – etwa bei einem unbehandelten oder entgleisten Typ-1-Diabetes –, laufen Fettfreisetzung und Ketonkörperbildung ungebremst. Die Säuren übersteigen dann die Pufferkapazität des Blutes, und es entsteht eine Ketoazidose mit starkem Durst, Übelkeit, Bauchschmerzen, tiefer Atmung und Benommenheit – das ist ein Notfall. In der Schwangerschaft steigen Ketonkörper bei längeren Essenspausen schneller an als sonst.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: 3-hydroxybutyrat, bhb, beta-hydroxybutyrat, ketone
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Blutzuckerschwankungen
- Erschöpfung
- Diabetes
- Übelkeit
- Starker Durst
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
