Vitamin D
Vitamin D ist ein Prohormon: Der Körper bildet daraus das Hormon Calcitriol, das über den Vitamin-D-Rezeptor die Aktivität zahlreicher Gene beeinflusst – die Schätzungen reichen von einigen hundert bis etwa zweitausend. Gut belegt ist seine Rolle für die Aufnahme von Calcium und Phosphat, den Knochenstoffwechsel, die Muskulatur und die Immunabwehr; Zusammenhänge mit Stimmung, Schlaf und Blutzuckerstoffwechsel werden erforscht. In Deutschland sind niedrige Werte verbreitet, weil die Sonne etwa von Oktober bis März zu tief steht, als dass die Haut ausreichend Vitamin D bilden könnte. Der Referenzbereich steht in deinem Befund.
Wie Vitamin D im Körper wirkt
Die Haut bildet Vitamin D3 unter UV-B-Licht; ein kleinerer Teil stammt aus der Nahrung. Die Leber wandelt es in 25-OH-Vitamin D um – das ist der gemessene Speicherwert. Erst die Nieren und viele andere Gewebe machen daraus das aktive Hormon Calcitriol. Calcitriol bindet an den Vitamin-D-Rezeptor im Zellkern und steuert so Gene. Im Darm erhöht es die Aufnahme von Calcium und Phosphat, im Knochen den Einbau und Umbau von Mineralien; außerdem wirkt es auf Muskelzellen und auf Abwehrzellen, die damit unter anderem antimikrobielle Eiweiße wie Cathelicidin bilden.
Vitamin D niedrig – was passiert im Körper?
Bei wenig Vitamin D nimmt der Darm weniger Calcium auf. Um den Calciumspiegel im Blut zu halten, schütten die Nebenschilddrüsen mehr Parathormon aus, das Calcium aus den Knochen löst. Auf Dauer wird der Knochen schlechter mineralisiert – bei Kindern als Rachitis, bei Erwachsenen als Knochenerweichung (Osteomalazie) mit Knochen- und Muskelschmerzen –, und die Knochendichte sinkt. Die Muskelkraft lässt nach, was bei älteren Menschen Stürze begünstigt, und Abwehrzellen bilden weniger antimikrobielle Eiweiße.
Vitamin D hoch – was passiert im Körper?
Sehr hohe Werte entstehen fast nur durch hoch dosierte Einnahme über längere Zeit. Dann nimmt der Darm übermäßig viel Calcium auf, und der Calciumspiegel im Blut steigt (Hyperkalzämie): Übelkeit, Durst, vermehrtes Wasserlassen, Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen können folgen, und Calcium kann sich in Nieren und Gefäßen ablagern. Durch Sonnenlicht allein entsteht keine Überversorgung, weil die Haut die Bildung selbst begrenzt.
Auch bekannt als: vit d, d3, vitamin d3, cholecalciferol, 25-oh, sonnenvitamin, vitamin d, 25-oh-d
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Erschöpfung
- Infektanfälligkeit
- Knochenschmerzen
- Depression
- Muskelkrämpfe
- Haarausfall
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
