Vitamin B1 (Thiamin)
Vitamin B1, auch Thiamin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin. Der Körper kann es nicht selbst herstellen und speichert nur wenig davon, vor allem in Muskulatur, Herz, Leber, Nieren und Gehirn. Weil die Vorräte klein sind und laufend verbraucht werden, macht sich eine geringe Zufuhr oder eine gestörte Aufnahme schon nach wenigen Wochen bemerkbar. Gemessen wird Vitamin B1 im Vollblut (EDTA-Blut) in seiner aktiven Form, dem Thiaminpyrophosphat (TPP). Diese Form steckt überwiegend in den roten Blutkörperchen und spiegelt die Versorgung der Gewebe besser wider als freies Thiamin im Serum.
Was Vitamin B1 im Körper macht
Thiaminpyrophosphat ist ein Coenzym mehrerer Schlüsselenzyme des Energiestoffwechsels. Die Pyruvat-Dehydrogenase braucht es, um Pyruvat aus dem Zuckerabbau in Acetyl-CoA umzuwandeln, das in den Citratzyklus der Mitochondrien eintritt. Die α-Ketoglutarat-Dehydrogenase im Citratzyklus und der Abbau der verzweigtkettigen Aminosäuren sind ebenfalls auf TPP angewiesen. Im Pentosephosphatweg hilft es dem Enzym Transketolase, Ribose für das Erbgut und NADPH für die antioxidative Abwehr bereitzustellen. Nervenzellen und Herzmuskel gewinnen ihre Energie besonders stark aus Glukose – deshalb reagieren sie empfindlich, wenn Vitamin B1 fehlt.
Vitamin B1 niedrig – was passiert im Körper?
Fehlt Thiaminpyrophosphat, kann Pyruvat nicht mehr ausreichend in den Citratzyklus gelangen. Es wird vermehrt zu Laktat umgebaut, und die Zellen gewinnen weniger Energie aus Zucker. Zuerst zeigt sich das an Nerven und Herz: Kribbeln und Taubheit in Händen und Füßen, Muskelschwäche, rasche Erschöpfung, Herzklopfen und Wassereinlagerungen. Ein ausgeprägter Mangel ist als Beriberi bekannt; im Gehirn kann er zur Wernicke-Enzephalopathie mit Verwirrtheit, Gangunsicherheit und Augenbewegungsstörungen führen. Ursachen sind etwa ein hoher Alkoholkonsum, eine gestörte Aufnahme im Darm, anhaltendes Erbrechen, Operationen am Magen-Darm-Trakt oder ein erhöhter Verlust über die Nieren, zum Beispiel unter harntreibenden Medikamenten.
Vitamin B1 hoch – was passiert im Körper?
Als wasserlösliches Vitamin wird überschüssiges Thiamin rasch über die Nieren ausgeschieden; die Aufnahme im Darm ist bei höheren Mengen zudem begrenzt. Hohe Werte im Blut entstehen daher fast immer durch eine reichliche Zufuhr über Vitaminpräparate oder Infusionen in den Wochen vor der Blutabnahme. Schädliche Wirkungen durch Vitamin B1 aus der Nahrung sind nicht bekannt. Ein hoher Wert zeigt vor allem, dass die Speicher in den roten Blutkörperchen gut gefüllt sind. Weil Thiaminpyrophosphat nur langsam aus den Blutzellen verschwindet, spiegelt der Wert die Versorgung der letzten Wochen wider und nicht nur die letzte Mahlzeit.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: vit. b1, vit. b1 (thiaminpyrophosphat), thiamin, thiaminpyrophosphat, tpp, aneurin
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Kribbeln in Händen und Füßen
- Muskelschwäche
- Erschöpfung
- Konzentrationsstörungen
- Herzklopfen
- Appetitlosigkeit
Analysen, die diesen Wert enthalten
Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.
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