Vitamin A (Retinol)
Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin. Als fertiges Retinol kommt es in tierischen Lebensmitteln wie Leber, Eigelb und Milchfett vor; aus Pflanzen nimmt der Körper Vorstufen wie Beta-Carotin auf und wandelt sie bei Bedarf um. Für die Aufnahme im Darm braucht es Fett und Gallensäuren. Der größte Teil des Vitamin A wird in der Leber gespeichert und von dort, gebunden an das Retinol-bindende Protein, an die Gewebe abgegeben. Gemessen wird Retinol im Serum. Im SIBO-Profil wird es mit angesehen, weil eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms die Fettverdauung und damit die Aufnahme fettlöslicher Vitamine stören kann.
Was Vitamin A im Körper macht
In der Netzhaut wird Vitamin A zu Retinal umgebaut und bildet zusammen mit einem Eiweiß den Sehfarbstoff Rhodopsin, mit dem die Stäbchen bei wenig Licht sehen. Eine weitere Form, die Retinsäure, bindet an Rezeptoren im Zellkern und schaltet dort Gene an und ab. Darüber steuert Vitamin A, wie sich Zellen von Haut und Schleimhäuten in Atemwegen, Darm und Harnwegen erneuern und ausreifen, damit diese Oberflächen dicht und feucht bleiben. Auch das Immunsystem ist darauf angewiesen: Retinsäure lenkt Abwehrzellen in die Darmschleimhaut und fördert die Bildung von sekretorischem IgA. Außerdem ist Vitamin A an der Entwicklung des Kindes im Mutterleib beteiligt.
Vitamin A niedrig – was passiert im Körper?
Der Retinolspiegel im Blut wird lange konstant gehalten, solange die Leber noch Vorräte hat. Sinkt er, sind die Speicher meist weitgehend aufgebraucht. Dann wird weniger Rhodopsin gebildet – das erste Zeichen ist schlechtes Sehen in der Dämmerung. Die Bindehaut und Hornhaut trocknen aus, die Haut wird trocken und rau, und die Schleimhäute verlieren ihre Barrierefunktion, was Infekte der Atemwege und des Darms begünstigt. Ursachen sind eine geringe Zufuhr, eine gestörte Fettaufnahme etwa bei Fehlbesiedlung des Dünndarms oder Erkrankungen von Bauchspeicheldrüse und Leber. Wichtig für die Einordnung: Bei akuten Entzündungen und bei Zinkmangel bildet die Leber weniger Transporteiweiß, sodass der Blutwert sinkt, obwohl noch Vorräte vorhanden sein können.
Vitamin A hoch – was passiert im Körper?
Weil Vitamin A fettlöslich ist und in der Leber gespeichert wird, kann es sich bei dauerhaft hoher Zufuhr anreichern. Ein Überschuss entsteht fast nur durch hochdosierte Präparate oder sehr häufigen Verzehr von Leber; Beta-Carotin aus Pflanzen führt nicht dazu, weil der Körper die Umwandlung bremst. Akut kann zu viel Vitamin A Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel auslösen, weil der Druck im Schädel steigt. Bei längerem Überschuss werden die Leber belastet, die Knochen entkalkt, Haut und Lippen trocken und die Haare dünner. In der Schwangerschaft kann ein Überschuss die Entwicklung des Kindes stören. Auch eine eingeschränkte Nierenfunktion erhöht den Blutwert, weil das Transporteiweiß langsamer ausgeschieden wird.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: vit. a, retinol, vitamin a1, retinal, retinsäure
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Schlechtes Sehen in der Dämmerung
- Trockene Augen
- Trockene, raue Haut
- Häufige Infekte
- Fettiger Stuhl
Analysen, die diesen Wert enthalten
Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.
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