Valin
Drittes BCAA – unentbehrlicher Baustein von Eiweißen und Energielieferant im Muskel; an der Blut-Hirn-Schranke konkurriert es mit Tryptophan und Tyrosin um den Transport.
Was Valin im Körper macht
Valin ist die dritte verzweigtkettige Aminosäure und unentbehrlich. Wie Leucin und Isoleucin wird es vor allem im Muskel abgebaut; sein Kohlenstoffgerüst wird zu Propionyl-CoA und mit Biotin und Vitamin B12 zu Succinyl-CoA, das in den Energiestoffwechsel eingeht oder in der Leber zu Glukose werden kann. Ein Zwischenprodukt des Abbaus, 3-Hydroxyisobutyrat, geben Muskelzellen ab; in Untersuchungen regte es die Aufnahme von Fettsäuren in den Muskel an. Die Aminogruppe verlässt den Muskel als Alanin oder Glutamin. An der Blut-Hirn-Schranke konkurriert Valin mit Tryptophan, Tyrosin und Phenylalanin um denselben Transporter und beeinflusst so, wie viel Ausgangsstoff für Serotonin und Dopamin ins Gehirn gelangt.
Valin niedrig – was passiert im Körper?
Ist wenig Valin verfügbar, fehlt Baumaterial für Eiweiße und Ausgangsstoff für die Glukoseneubildung, und Muskeleiweiß wird abgebaut. An der Blut-Hirn-Schranke gelangt verhältnismäßig mehr Tryptophan ins Gehirn; das wird in Studien mit einer zentralen Ermüdung bei langen Belastungen in Verbindung gebracht. Bei fortgeschrittener Lebererkrankung sinken die verzweigtkettigen Aminosäuren, die aromatischen steigen, und das verschobene Verhältnis wird bei den Konzentrations- und Wachheitsstörungen der hepatischen Enzephalopathie mit betrachtet. Weitere Ursachen sind geringe Eiweißzufuhr und Mangelernährung.
Valin hoch – was passiert im Körper?
Erhöhte Werte entstehen meist gemeinsam mit Leucin und Isoleucin, wenn der Abbau der verzweigtkettigen Aminosäuren gebremst ist; das wurde in Studien bei Insulinresistenz, Übergewicht und Typ-2-Diabetes beobachtet. In Untersuchungen förderte das Abbauprodukt 3-Hydroxyisobutyrat dabei die Einlagerung von Fett in die Muskulatur, was das Ansprechen auf Insulin zusätzlich dämpfen kann. Bei der angeborenen Ahornsirupkrankheit ist Valin zusammen mit den beiden anderen stark erhöht. Vorübergehend steigt der Wert nach eiweißreichen Mahlzeiten.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: valine, bcaa
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Muskelabbau
- Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme
- Muskelschwäche
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
