Vaginalflora-Komposition
Community State Types (CST) der Vaginalflora: CST I (L. crispatus) bis CST IV (vielfältig, wenig Lactobazillen). Die Einordnung steht in deinem Befund.
Was die Vaginalflora-Komposition zeigt
Die Analyse bestimmt anhand des bakteriellen Erbguts, welche Bakterien in der Scheide vorherrschen. Neben CST I mit Lactobacillus crispatus und CST IV ohne vorherrschende Laktobazillen gibt es CST II (L. gasseri), CST III (L. iners) und CST V (L. jensenii). Laktobazillen vergären Zuckerbausteine, die aus dem Glykogen der Schleimhautzellen freigesetzt werden, zu Milchsäure. Wie viel Glykogen die Schleimhaut einlagert, steuern Östrogene. Deshalb verändert sich die Zusammensetzung im Laufe des Lebens – in der Pubertät, im Zyklus, in der Schwangerschaft und nach den Wechseljahren – und kann auch von Tag zu Tag schwanken, etwa während der Menstruation.
Wie eine Laktobazillen-reiche Vaginalflora die Schleimhaut schützt
Milchsäure hält den pH-Wert niedrig. In dieser sauren Form dringt sie in Bakterien und Viren ein und hemmt sie, und in Zellversuchen dämpfte sie zugleich Entzündungsreaktionen der Schleimhaut. Laktobazillen bilden außerdem antibakterielle Eiweiße und besetzen Haftstellen, an denen sich sonst andere Keime festsetzen würden. Die Arten unterscheiden sich: L. crispatus bildet beide Formen der Milchsäure, L. iners nur eine davon und zusätzlich ein zellschädigendes Eiweiß. L. iners wurde in Studien häufiger bei Übergängen zu einer laktobazillenarmen Flora gefunden und gilt daher als weniger stabil.
Was passiert, wenn in der Vaginalflora Laktobazillen fehlen?
Fehlen Laktobazillen weitgehend, übernehmen Bakterien ohne Sauerstoffbedarf wie Gardnerella, Prevotella oder Fannyhessea. Der pH-Wert steigt, es entstehen Amine, die schützende Schleimschicht wird abgebaut, und bei manchen Frauen werden vermehrt Entzündungsbotenstoffe gebildet. In Studien wurde eine solche Flora mit bakterieller Vaginose, einer höheren Anfälligkeit für sexuell übertragbare Infektionen und mit Frühgeburten in Verbindung gebracht. Zugleich kommt CST IV auch bei vielen Frauen ohne jede Beschwerde vor, und ihr Anteil unterscheidet sich in Studien zwischen Bevölkerungsgruppen – eine laktobazillenarme Flora ist für sich genommen keine Erkrankung.
Auch bekannt als: vaginalflora, laktobazillen-dominanz, cst
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Rezidivierende Vaginose
- Vaginale Infekte
- Dyspareunie
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
