Transfettsäuren
Industriell gehärtete Fettsäuren – erhöhen LDL, senken HDL, gehen in Studien mit erhöhten Entzündungswerten einher.
Was Transfettsäuren im Körper machen
Transfettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren, bei denen mindestens eine Doppelbindung in der gestreckten trans-Stellung liegt statt in der natürlich üblichen, geknickten cis-Stellung. Ihre Kette ähnelt dadurch eher einer gesättigten Fettsäure. Sie entstehen bei der industriellen Teilhärtung von Pflanzenölen – vor allem Elaidinsäure –, beim starken Erhitzen von Ölen und in kleinen Mengen natürlich im Pansen von Wiederkäuern, weshalb Milch und Fleisch etwas Vaccensäure enthalten. Der Körper baut Transfettsäuren wie andere Fettsäuren in Membranphospholipide, Cholesterinester und Triglyzeride ein. Eine Aufgabe, für die er sie braucht, ist nicht bekannt; in den Membranen machen sie die Lipidschicht steifer.
Transfettsäuren niedrig – was bedeutet das?
Ein niedriger Wert zeigt, dass nur wenig Transfettsäuren in die Membranen der roten Blutkörperchen eingebaut sind. Da der Körper sie für keine bekannte Aufgabe benötigt, entsteht durch niedrige Werte kein Mangel; ihre Plätze in den Membranen nehmen cis-Fettsäuren ein, die die Membran beweglich halten. Seit industriell gehärtete Fette in der EU gesetzlich begrenzt sind, finden sich Lebensmittel mit hohen Gehalten seltener. Ein kleiner Anteil natürlicher Transfettsäuren aus Milch und Fleisch ist auch bei niedrigen Gesamtwerten meist nachweisbar.
Transfettsäuren hoch – was passiert im Körper?
Industrielle Transfettsäuren verändern den Fettstoffwechsel an mehreren Stellen: Sie steigern die Aktivität des Cholesterinester-Transferproteins (CETP), das Cholesterin von HDL auf LDL- und VLDL-Partikel verschiebt, sodass LDL steigt und HDL sinkt; zudem erhöhen sie Lipoprotein(a) und Triglyzeride. In den Membranen von Gefäßzellen machen sie die Lipidschicht steifer und fördern Entzündungssignale – in Studien stiegen Botenstoffe wie TNF-alpha und Interleukin-6 sowie das CRP. Die Gefäßinnenwand erweitert sich schlechter. Außerdem stören Transfettsäuren die Desaturasen, die langkettige Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren bilden. In Beobachtungsstudien gingen hohe Werte mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: transfette, elaidinsäure
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Herzerkrankung
- Erhöhtes LDL
- Entzündungen
- Erhöhte Triglyzeride
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
