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Transferrin und Transferrinsättigung (TFS)

Transferrin ist das Transporteiweiß für Eisen im Blut und wird in der Leber gebildet. Die Transferrinsättigung (TFS, auch TSAT) gibt an, welcher Anteil seiner Bindungsstellen gerade mit Eisen besetzt ist. Sie wird aus dem Serumeisen und dem Transferrin berechnet; beide Werte werden im Serum gemessen. Während Ferritin die Eisenspeicher abbildet, zeigt die Transferrinsättigung, wie viel Eisen aktuell im Umlauf ist und dem Knochenmark für die Blutbildung zur Verfügung steht. Weil das Serumeisen im Tagesverlauf und nach Mahlzeiten schwankt, wird die Sättigung zusammen mit Ferritin, Blutbild und Entzündungswerten betrachtet.

Was Transferrin im Körper macht

Jedes Transferrin-Molekül kann zwei Eisen-Atome binden. Es übernimmt Eisen dort, wo es ins Blut abgegeben wird: aus den Zellen der Darmschleimhaut nach der Aufnahme aus der Nahrung und aus Fresszellen, die alte rote Blutkörperchen abbauen und das Eisen wiederverwerten. Über Transferrin-Rezeptoren gelangt das Eisen in die Zellen, vor allem in die blutbildenden Zellen des Knochenmarks, die es für Hämoglobin brauchen. Fest gebunden ist Eisen ungefährlich; frei würde es die Bildung aggressiver Sauerstoffradikale fördern. Die Leber bildet mehr Transferrin, wenn die Eisenspeicher leer sind, und weniger bei Entzündungen. Das Hormon Hepcidin steuert, wie viel Eisen überhaupt ins Blut gelangt.

Transferrinsättigung niedrig – was passiert im Körper?

Ist die Sättigung niedrig, kommt zu wenig Eisen im Knochenmark an. Die roten Blutkörperchen werden kleiner und enthalten weniger Hämoglobin; mit der Zeit entsteht eine Blutarmut. Das Blut transportiert dann weniger Sauerstoff, was sich in Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit bei Belastung, Herzklopfen, brüchigen Nägeln und Haarausfall zeigen kann. Zwei Wege führen dorthin: Beim echten Eisenmangel sind die Speicher leer, Ferritin ist niedrig und Transferrin hoch – etwa durch Blutverluste, eine geringe Zufuhr oder eine gestörte Aufnahme im Darm. Beim funktionellen Eisenmangel sind die Speicher gefüllt, aber Entzündungen erhöhen das Hepcidin, das die Freigabe von Eisen ins Blut blockiert; Transferrin ist dann eher niedrig.

Transferrinsättigung hoch – was passiert im Körper?

Eine hohe Sättigung bedeutet, dass mehr Eisen im Blut unterwegs ist, als Transferrin sicher binden kann. Dann tritt Eisen auf, das nicht an Transferrin gebunden ist. Es wird bevorzugt von Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse und Gelenken aufgenommen und lagert sich dort ab. Freies Eisen fördert die Bildung von Sauerstoffradikalen, die Zellen schädigen können; über Jahre können so Leberschäden, Gelenkschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Zuckerstoffwechselstörungen entstehen. Eine häufige erbliche Ursache ist die Hämochromatose, bei der eine Genvariante die Hepcidinbildung vermindert und der Darm zu viel Eisen aufnimmt. Auch Eisenpräparate oder -infusionen kurz vor der Blutabnahme, häufige Bluttransfusionen, ein verstärkter Abbau roter Blutkörperchen und Lebererkrankungen erhöhen den Wert.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: transferrinsättigung, tfs, tsat, transferrin und tfs, transferrin saturation, eisentransport

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Müdigkeit
  • Blässe
  • Kurzatmigkeit bei Belastung
  • Brüchige Nägel
  • Haarausfall
  • Gelenkschmerzen

Analysen, die diesen Wert enthalten

Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.

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