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TPO-Antikörper (Anti-TPO)

TPO-Antikörper (Anti-TPO, früher mikrosomale Antikörper) sind Autoantikörper: Eiweiße des eigenen Immunsystems, die sich gegen die Thyreoperoxidase richten, ein Enzym der Schilddrüse. Gemessen werden sie im Serum, meist zusammen mit den Schilddrüsenwerten TSH, FT3 und FT4. In den Autoantikörper-Screens bei Long-/Post-COVID und chronischem Erschöpfungssyndrom sind sie Teil einer größeren Gruppe von Autoantikörpern. Der Wert zeigt nicht, wie viel Schilddrüsenhormon gebildet wird, sondern ob sich das Immunsystem gegen die Schilddrüse wendet – das kann der Hormonbildung um Jahre vorausgehen.

Was die Thyreoperoxidase im Körper macht

Die Thyreoperoxidase sitzt an der Oberfläche der Schilddrüsenzellen, die zum Inneren der Follikel zeigt. Dort aktiviert sie das aus dem Blut aufgenommene Jod und baut es in die Aminosäure Tyrosin des Speichereiweißes Thyreoglobulin ein. Anschließend verknüpft sie jeweils zwei dieser jodierten Bausteine zu den Hormonen Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Ohne das Enzym kann die Schilddrüse also keine Hormone herstellen. Weil die Thyreoperoxidase nur in der Schilddrüse vorkommt, sind Antikörper gegen sie ein recht spezifisches Zeichen dafür, dass sich eine Abwehrreaktion gegen dieses Organ richtet.

TPO-Antikörper niedrig – was bedeutet das?

Ein niedriger oder nicht nachweisbarer Wert ist der Normalfall. Er spricht dagegen, dass das Immunsystem in nennenswertem Umfang Antikörper gegen die Schilddrüse bildet. Ganz ausgeschlossen ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung damit nicht: Bei einem kleinen Teil der Betroffenen lassen sich keine TPO-Antikörper nachweisen, manchmal aber Antikörper gegen Thyreoglobulin, oder die Veränderungen zeigen sich nur im Ultraschall. Deshalb wird der Wert immer zusammen mit TSH, den freien Schilddrüsenhormonen und gegebenenfalls den Thyreoglobulin-Antikörpern betrachtet. Ein einmal niedriger Wert bleibt meist stabil, kann sich aber in Lebensphasen mit hormoneller Umstellung verändern.

TPO-Antikörper erhöht – was passiert in der Schilddrüse?

Erhöhte TPO-Antikörper zeigen, dass Abwehrzellen in die Schilddrüse eingewandert sind. Je höher der Wert, desto ausgeprägter ist diese Einwanderung von Lymphozyten meist. Die eigentliche Schädigung geht vor allem von T-Zellen aus; die Antikörper können zusätzlich das Komplementsystem aktivieren. Über Jahre gehen so Schilddrüsenzellen verloren, die Hormonbildung lässt nach und TSH steigt – es entwickelt sich eine Unterfunktion mit Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme und trockener Haut. Typisch ist dies bei der Hashimoto-Thyreoiditis; auch bei Morbus Basedow und nach einer Geburt werden die Antikörper häufig gefunden. Erhöhte Werte kommen bei Frauen öfter vor als bei Männern und nehmen mit dem Alter zu, auch bei noch normaler Funktion.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: tpo, tpo-ak, anti-tpo, tpo-antikörper, thyreoperoxidase-antikörper, mikrosomale antikörper

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Müdigkeit
  • Kälteempfindlichkeit
  • Gewichtszunahme
  • Trockene Haut
  • Haarausfall
  • Antriebslosigkeit

Analysen, die diesen Wert enthalten

Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.

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