TPH2-Genetik (Tryptophanhydroxylase 2)
TPH2 (Tryptophanhydroxylase 2) ist das Enzym, mit dem Nervenzellen im Gehirn Serotonin herstellen. Es setzt den ersten und geschwindigkeitsbestimmenden Schritt: Aus der Aminosäure Tryptophan wird 5-Hydroxytryptophan (5-HTP). Untersucht wird das TPH2-Gen auf bekannte Varianten; welche bestimmt wurden, steht im Befund. Probe ist EDTA-Blut; als genetische Untersuchung braucht es eine schriftliche Einwilligung. TPH2 ist Teil der Analyse „Depressions-Genetik“. Anders als die Messung von Serotonin im Blut oder Urin, das überwiegend aus dem Darm stammt, erfasst der Gentest keinen Botenstoff, sondern eine erbliche Eigenschaft des Enzyms.
Was TPH2 im Körper macht
Der Mensch besitzt zwei Tryptophanhydroxylasen. TPH1 arbeitet vor allem in den enterochromaffinen Zellen der Darmschleimhaut, die den größten Teil des Serotonins im Körper bilden, sowie in der Zirbeldrüse. TPH2 arbeitet in den Raphe-Kernen des Hirnstamms, von denen aus serotonerge Nervenbahnen fast das ganze Gehirn erreichen, und in den Nervenzellen der Darmwand. Weil Serotonin die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet, ist das Gehirn auf seine eigene Bildung über TPH2 angewiesen. Das Enzym braucht Eisen, Sauerstoff und Tetrahydrobiopterin (BH4); im zweiten Schritt wandelt eine Decarboxylase mit Vitamin B6 das 5-HTP in Serotonin um. Wie viel entsteht, hängt auch davon ab, wie viel Tryptophan ins Gehirn gelangt.
Was bedeutet eine TPH2-Variante für die Serotoninbildung?
Am häufigsten untersucht sind Varianten in der Steuerregion des Gens, etwa G-703T (rs4570625). Sie verändern nicht das Enzym selbst, sondern möglicherweise, wie stark das Gen abgelesen wird; Laborstudien kamen dazu zu unterschiedlichen Ergebnissen. Daneben sind seltene Varianten beschrieben, die das Enzym selbst verändern und seine Aktivität im Labor deutlich senken; sie wurden nur bei sehr wenigen Menschen gefunden. Eine geringere TPH2-Leistung würde bedeuten, dass in den serotonergen Nervenzellen weniger Serotonin nachgebildet wird und weniger für die Ausschüttung bereitsteht. Ob die häufigen Varianten beim Menschen messbar weniger Serotonin im Gehirn bewirken, ist nicht geklärt.
Was lässt sich aus dem TPH2-Genotyp ablesen?
Zusammenhänge zwischen TPH2-Varianten und Stimmung, Stressverarbeitung oder dem Ansprechen auf Medikamente wurden in Studien untersucht; die Befunde sind uneinheitlich, und einzelne Ergebnisse ließen sich in großen genetischen Untersuchungen nicht bestätigen. Eine Aussage über Persönlichkeit oder eine Erkrankung lässt der Genotyp nicht zu. Er beschreibt eine erbliche Eigenschaft der Serotoninbildung im Gehirn. Wie viel Tryptophan zur Verfügung steht, wie viel davon in den Kynurenin-Stoffwechsel abfließt und wie viel Serotonin gebildet wird, zeigen Messungen von Tryptophan, Kynurenin und Serotonin – sie haben eigene Seiten.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: tph2, tryptophanhydroxylase 2, tryptophanhydroxylase, rs4570625, tph2-gen
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Anhaltende Niedergeschlagenheit
- Innere Unruhe
- Schlafstörungen
- Familiäre Vorbelastung
Analysen, die diesen Wert enthalten
Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.
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