Thyreoglobulin-Antikörper (TAK, Anti-TG)
Thyreoglobulin-Antikörper (TAK, Anti-TG) sind Autoantikörper gegen Thyreoglobulin, das Speichereiweiß der Schilddrüse. Gemessen werden sie im Serum. In den Autoantikörper-Screens bei Long-/Post-COVID und chronischem Erschöpfungssyndrom stehen sie als „TG“ zusammen mit TPO-Antikörpern und weiteren Autoantikörpern. Wichtig: Dieselbe Abkürzung „TG“ steht in Laborprofilen der klinischen Chemie für Triglyceride, also Blutfette – das ist ein ganz anderer Wert. Thyreoglobulin-Antikörper zeigen, ob sich das Immunsystem gegen die Schilddrüse wendet, und werden meist zusammen mit TPO-Antikörpern und den Schilddrüsenhormonen betrachtet.
Was Thyreoglobulin im Körper macht
Thyreoglobulin ist ein sehr großes Eiweiß, das die Schilddrüsenzellen bilden und in das Innere der Follikel abgeben. Dort dient es als Gerüst für die Hormonbildung: Die Thyreoperoxidase baut Jod in seine Tyrosin-Bausteine ein und verknüpft sie zu Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), die zunächst im Thyreoglobulin gebunden bleiben. So entsteht ein Hormonvorrat für Wochen. Bei Bedarf nehmen die Schilddrüsenzellen das Eiweiß wieder auf, spalten die Hormone ab und geben sie ins Blut. Kleine Mengen Thyreoglobulin gelangen auch selbst ins Blut, wo das Immunsystem ihm begegnet.
Thyreoglobulin-Antikörper niedrig – was bedeutet das?
Ein niedriger oder nicht nachweisbarer Wert ist der Normalfall. Er spricht dagegen, dass das Immunsystem Antikörper gegen das Speichereiweiß der Schilddrüse bildet. Für sich allein schließt er eine autoimmune Schilddrüsenentzündung aber nicht aus, denn viele Betroffene haben vor allem TPO-Antikörper. Deshalb werden beide Antikörper meist gemeinsam bestimmt und zusammen mit TSH und den freien Schilddrüsenhormonen eingeordnet. Nach einer Behandlung von Schilddrüsenkrebs spielt ein niedriger Wert eine besondere Rolle: Dann lässt sich Thyreoglobulin selbst zuverlässig als Verlaufswert messen, weil keine Antikörper die Messung stören.
Thyreoglobulin-Antikörper erhöht – was passiert in der Schilddrüse?
Erhöhte Werte zeigen, dass das Immunsystem Thyreoglobulin als fremd erkennt. Sie kommen vor allem bei der Hashimoto-Thyreoiditis und bei Morbus Basedow vor, meist zusammen mit TPO-Antikörpern. Abwehrzellen wandern in die Schilddrüse ein und schädigen über Jahre das Gewebe, sodass die Hormonbildung nachlassen und eine Unterfunktion entstehen kann. Thyreoglobulin-Antikörper gelten als weniger spezifisch als TPO-Antikörper; einzeln erhöhte Werte finden sich auch bei Menschen ohne Beschwerden, häufiger bei Frauen und mit zunehmendem Alter. In Bevölkerungsstudien wurde beobachtet, dass sie nach einer deutlichen Steigerung der Jodzufuhr häufiger auftreten, weil stärker jodiertes Thyreoglobulin für das Immunsystem auffälliger ist.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: thyreoglobulin-antikörper, tak, tg-ak, anti-tg, thyreoglobulin-ak, tgab
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Müdigkeit
- Kälteempfindlichkeit
- Gewichtszunahme
- Trockene Haut
- Haarausfall
Analysen, die diesen Wert enthalten
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