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Telomerlänge

Telomere sind die Schutzkappen der Chromosomen. Ihre Länge wird als möglicher Marker für das biologische Alter diskutiert und in der Alterungs- und Zellgesundheits-Diagnostik mit angesehen. Telomere verkürzen sich mit jeder Zellteilung; in Studien gingen Stress, Entzündung, Rauchen und Schlafmangel mit kürzeren Telomeren einher. Die Messung erfordert eine Blutentnahme in der Praxis.

Was Telomere in der Zelle machen

Telomere bestehen aus tausendfach wiederholten kurzen DNA-Abschnitten mit der Abfolge TTAGGG an den Enden jedes Chromosoms. Ein Eiweißkomplex namens Shelterin bindet daran und faltet das Ende zu einer Schleife. So erkennt die Zelle ihre Chromosomenenden nicht als DNA-Bruch, repariert sie nicht fälschlich und verklebt keine Chromosomen miteinander. Beim Kopieren der DNA vor jeder Zellteilung kann das Kopierenzym das äußerste Ende nicht vollständig nachbilden. Das Enzym Telomerase gleicht diesen Verlust aus, indem es mithilfe einer eingebauten RNA-Vorlage neue Wiederholungen anhängt; es ist vor allem in Keimzellen, Stammzellen und aktivierten Abwehrzellen tätig, in den meisten Körperzellen kaum.

Telomere kurz – was passiert in der Zelle?

Wird ein Telomer so kurz, dass Shelterin es nicht mehr schützen kann, meldet die Zelle einen DNA-Schaden. Über das Schutzeiweiß p53 stoppt sie dann dauerhaft die Teilung – sie wird seneszent – oder leitet den geordneten Zelltod ein. Seneszente Zellen bleiben oft im Gewebe und geben Entzündungsbotenstoffe und gewebeabbauende Enzyme ab. In Geweben, die sich viel erneuern, wie Blutbildung, Haut oder Darmschleimhaut, kann der Nachschub an neuen Zellen nachlassen. Gemessen wird die Telomerlänge meist in weißen Blutkörperchen; kürzere Telomere gingen in Studien unter anderem mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. Seltene erbliche Störungen der Telomerase führen zu sehr kurzen Telomeren und betreffen Knochenmark, Lunge und Leber.

Telomere lang – was bedeutet das?

Lange Telomere bedeuten, dass die Zellen noch viele Teilungen vor sich haben, bevor die Chromosomenenden ihren Schutz verlieren. Wie lang die Telomere sind, wird zu einem großen Teil schon bei der Geburt festgelegt und ist zum Teil erblich; zwischen Menschen gleichen Alters unterscheidet sich die Länge deutlich, und Frauen hatten in Studien im Durchschnitt etwas längere Telomere als Männer. Länger ist aber nicht in jeder Hinsicht günstiger: In genetischen Studien gingen erblich längere Telomere mit einem etwas höheren Risiko für einzelne Krebsarten einher, weil Zellen mit Erbgutfehlern sich dann länger teilen können, bevor die Teilungsbremse greift. Die Telomerlänge ist deshalb ein Baustein unter vielen, um Zellalterung zu beschreiben.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: telomere, telomer, biologisches alter, epigenetisches alter, zellalterung, seneszenz

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Chronische Erschöpfung
  • Kognitive Abnahme

Analysen, die diesen Wert enthalten

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