Taurin
Schwefelhaltige Aminosäure für Gallensäure-Konjugation, Herzrhythmus, Augengesundheit und dämpfende Wirkung an GABA- und Glycinrezeptoren. Wirkt osmoregulatorisch in Herz und Gehirn.
Was Taurin im Körper macht
Taurin ist streng genommen eine Aminosulfonsäure und kein Baustein von Eiweißen; es liegt frei in den Zellen vor. Die Leber bildet es aus Cystein, wofür unter anderem Vitamin B6 gebraucht wird, und ein Teil stammt aus tierischen Lebensmitteln. Besonders viel Taurin enthalten Herzmuskel, Skelettmuskel, Netzhaut, Gehirn und weiße Blutkörperchen. In der Leber wird es an Gallensäuren gekoppelt, die so Fette im Darm besser verteilen. In den Zellen hält Taurin das Zellvolumen stabil, indem es je nach Bedarf Wasser bindet oder freigibt, und es beeinflusst, wie Herzmuskelzellen Calcium aufnehmen und abgeben – und damit die Kraft und den Rhythmus der Kontraktion. In den Mitochondrien ist Taurin Teil der Transfer-RNA, die für die Bildung der Atmungskettenenzyme gebraucht wird. Im Gehirn bindet es an GABA- und Glycinrezeptoren und wirkt dämpfend; weiße Blutkörperchen fangen damit aggressive Chlorverbindungen ab, die sie zur Abwehr bilden.
Taurin niedrig – was passiert im Körper?
Ist wenig Taurin vorhanden, können Zellen ihr Volumen schlechter anpassen, der Calciumhaushalt der Herzmuskelzellen wird weniger stabil, und Photorezeptoren der Netzhaut verlieren einen Schutz. Wie deutlich diese Folgen sind, zeigt sich bei Katzen, die Taurin nicht selbst bilden können: Bei Mangel entwickeln sie eine Herzmuskelschwäche und eine Netzhautschädigung. Der Mensch bildet Taurin selbst, aber in begrenzter Menge. Niedrigere Werte kommen bei langer künstlicher Ernährung über die Vene vor, bei rein pflanzlicher Ernährung, weil Taurin fast nur in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, und in Studien mit zunehmendem Alter. Die Leber koppelt Gallensäuren dann vermehrt an Glycin.
Taurin hoch – was bedeutet das?
Die Nieren regeln den Taurinbestand, indem sie einen Überschuss ausscheiden; ein erhöhter Wert hat deshalb meist keine bekannte eigene Folge. Er kommt nach taurinreicher Nahrung oder Getränken mit zugesetztem Taurin vor, wenn die Nieren weniger ausscheiden, und wenn Zellen geschädigt werden – etwa Muskelzellen bei starker Belastung –, weil Taurin dann aus dem Zellinneren ins Blut gelangt.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: taurine, tau
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Herzrhythmusstörungen
- Angst
- Augenprobleme
- Muskelkrämpfe
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
