Sorbit-Atemgastest (Sorbitmalabsorption)
Sorbit (Sorbitol, E 420) ist ein Zuckeralkohol. Er kommt natürlich in Birnen, Äpfeln, Pflaumen, Kirschen und Trockenobst vor und wird als Süßungsmittel in zuckerfreien Kaugummis, Bonbons und Diabetikerprodukten verwendet. Beim Sorbit-Atemgastest wird nüchtern eine festgelegte Menge Sorbit in Wasser getrunken; danach werden über mehrere Stunden Atemproben gesammelt und auf Wasserstoff (H₂) und Methan (CH₄) untersucht. Die Kombination mit Fruktose prüft der Fruktose-Sorbit-Kombi-Atemgastest. Die Atemgase selbst sowie Fruktose- und Laktose-Atemtests sind auf eigenen Seiten erklärt.
Was Sorbit im Körper macht
Für Sorbit gibt es im Dünndarm keinen eigenen Transporter. Er gelangt nur langsam und unvollständig durch die Schleimhaut, vermutlich zwischen den Zellen hindurch. Was aufgenommen wird, wandelt die Leber über das Enzym Sorbitdehydrogenase in Fruktose um. Der nicht aufgenommene Anteil bleibt im Darminhalt und hält dort osmotisch Wasser fest. Im Dickdarm vergären Bakterien den Sorbit zu kurzkettigen Fettsäuren, Kohlendioxid und Wasserstoff. Ein Teil des Wasserstoffs geht ins Blut über und wird abgeatmet; methanbildende Archaeen wie Methanobrevibacter smithii nutzen ihn, um daraus Methan zu bilden. Wie viel Sorbit vertragen wird, hängt stark von der Menge ab. Gleichzeitig verzehrter Sorbit erschwert zudem die Aufnahme von Fruktose.
Sorbit-Atemtest erhöht – was passiert im Körper?
Steigen Wasserstoff oder Methan nach der Trinklösung deutlich an, hat ein Teil des Sorbits den Dickdarm unverdaut erreicht und wurde dort vergoren. Die entstehenden Gase dehnen den Darm – Blähungen, Bauchschmerzen und Winde sind die Folge. Das im Darm gebundene Wasser macht den Stuhl weicher bis flüssig. Überwiegt Methan, verläuft die Darmpassage häufig langsamer; in Studien wurde Methan mit Verstopfung in Verbindung gebracht. Ein sehr früher Gasanstieg kann auch darauf hinweisen, dass Bakterien den Sorbit bereits im Dünndarm vergären. Weil die Aufnahmefähigkeit für Sorbit begrenzt ist, wird ein Anstieg in Studien auch bei vielen beschwerdefreien Menschen beobachtet. Entscheidend ist deshalb, ob während des Tests Beschwerden auftreten.
Sorbit-Atemtest unauffällig – was bedeutet das?
Bleiben Wasserstoff und Methan während der Messzeit niedrig, wurde der getrunkene Sorbit weitgehend im Dünndarm aufgenommen oder nur wenig vergoren. Eine Sorbitmalabsorption als Grund für Beschwerden ist dann weniger wahrscheinlich. Zu beachten ist, dass manche Menschen kaum Wasserstoff bilden, weil ihre Darmflora ihn rasch weiterverwertet – deshalb wird Methan stets mitgemessen. Kürzlich eingenommene Antibiotika, Abführmittel oder eine Darmspiegelung können die Bakterienmenge vorübergehend verringern und das Ergebnis beeinflussen. Beschwerden nach sorbithaltigen Lebensmitteln können zudem von der Fruktose stammen, die in denselben Obstsorten enthalten ist.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: sorbitmalabsorption atemgastest (h₂ und ch₄), sorbit-atemgastest (h₂ und ch₄), fruktose-sorbit-kombi-atemgastest, sorbit-atemtest, sorbitintoleranz, sorbitol
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Blähungen
- Durchfall nach zuckerfreien Süßigkeiten
- Bauchschmerzen nach Obst
- Völlegefühl
- Häufige Winde
Analysen, die diesen Wert enthalten
Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.
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