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Serotonintransporter-Genetik (5-HTT/SERT, 5-HTTLPR)

Der Serotonintransporter (5-HTT, auch SERT) holt Serotonin nach seiner Wirkung zurück in die Zellen. Sein Gen heißt SLC6A4. Untersucht wird vor allem eine Längenvariante in der Steuerregion des Gens, der sogenannte 5-HTTLPR mit einer kurzen (S) und einer langen Form (L); welche Varianten bestimmt wurden, steht im Befund. Probe ist EDTA-Blut; als genetische Untersuchung braucht es eine schriftliche Einwilligung. Der Serotonintransporter ist Teil der Analyse „Depressions-Genetik“ und im Testkatalog als 5HTT/SERT geführt. Das Ergebnis bleibt lebenslang gleich.

Was der Serotonintransporter im Körper macht

Nervenzellen schütten Serotonin in den synaptischen Spalt aus, wo es an Rezeptoren der Nachbarzelle bindet. Der Transporter in der Membran der aussendenden Zelle pumpt es anschließend zusammen mit Natrium zurück; dort wird es erneut gespeichert oder von MAO-A abgebaut. So bestimmt der Transporter mit, wie lange und wie stark Serotonin wirkt. Derselbe Transporter sitzt auf den Blutplättchen, die so fast das gesamte Serotonin im Blut aufnehmen und speichern, und in der Darmschleimhaut, wo er Serotonin aus den enterochromaffinen Zellen beseitigt und damit Darmbewegung und Sekretion mitsteuert. Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI hemmen gezielt diesen Transporter.

Was bedeutet die Variante 5-HTTLPR für den Serotonin-Rücktransport?

Der kurzen Form (S) fehlt im Vergleich zur langen (L) ein Abschnitt der Steuerregion. In Zellstudien wurde das Gen mit der S-Form schwächer abgelesen, es entstand weniger Transporter, und weniger Serotonin wurde zurückgeholt. Innerhalb der langen Form gibt es eine Untervariante (LG, rs25531), die sich in Zellstudien ähnlich wie die S-Form verhielt; deshalb werden Ergebnisse oft in stärker (LA) und schwächer abgelesene Formen eingeteilt. Weniger Transporter heißt: Serotonin bleibt länger im synaptischen Spalt, Blutplättchen und Darmschleimhaut nehmen es langsamer auf. Die S-Form ist weltweit häufig; in ostasiatischen Bevölkerungen kommt sie häufiger vor als in europäischen.

Was lässt sich aus dem 5-HTTLPR-Genotyp ablesen?

Kaum eine Genvariante wurde so oft im Zusammenhang mit Stimmung und Stressverarbeitung untersucht. Eine viel beachtete Studie beschrieb 2003, dass Träger der S-Form nach belastenden Lebensereignissen häufiger depressive Beschwerden entwickelten. Große spätere Auswertungen mit vielen tausend Teilnehmenden konnten diesen Zusammenhang nicht bestätigen; er gilt heute als umstritten. Auch ob die Variante beeinflusst, wie Menschen auf SSRI ansprechen, wurde mit uneinheitlichen Ergebnissen untersucht. Der Genotyp beschreibt daher eine erbliche Eigenschaft des Serotonin-Rücktransports, aber keine Persönlichkeitseigenschaft und keine Erkrankung. Gemessenes Serotonin im Blut spiegelt vor allem den Gehalt der Blutplättchen wider; es hat eine eigene Seite.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: 5htt/sert, 5-htt, sert, slc6a4, 5-httlpr, serotonintransporter

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Anhaltende Niedergeschlagenheit
  • Innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Familiäre Vorbelastung

Analysen, die diesen Wert enthalten

Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.

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