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Pseudoallergie-Screening (Lebensmittelfarb- und Zusatzstoffe)

Pseudoallergien sind Reaktionen, die einer Allergie ähneln, an denen aber keine IgE-Antikörper beteiligt sind. Ausgelöst werden sie unter anderem durch Farb- und Zusatzstoffe in Lebensmitteln. Das Pseudoallergie-Screening untersucht 15 Stoffe in drei Gruppen (Pools): Pool 1 mit Chinolingelb, Gelborange S, Azorubin, Amaranth und Cochenillerot A; Pool 2 mit Erythrosin, Patentblau, Indigokarmin und Brillantschwarz; Pool 3 mit Kaliummetabisulfit, Natriumbenzoat, Natriumnitrit, Natriumsalicylat, Tartrazin und Glutamat. Gemessen wird mit lebenden Abwehrzellen aus EDTA-Blut, das deshalb per Expressversand ins Labor gelangt.

Was das Pseudoallergie-Screening misst

Das Labor arbeitet mit dem CAST-Verfahren (zelluläre Antigenstimulation). Weiße Blutkörperchen, darunter die basophilen Granulozyten, werden mit den Stoffgruppen in Kontakt gebracht. Reagieren die Zellen, setzen sie Sulfidoleukotriene frei – Entzündungsbotenstoffe, die aus der Arachidonsäure der Zellmembran gebildet werden. Ihre Menge wird anschließend gemessen und mit unbehandelten Zellen verglichen. Der Test erfasst damit eine Zellreaktion, unabhängig davon, ob IgE beteiligt ist. Welcher Pool auffällig war, steht im Befund; für einzelne Stoffe innerhalb eines Pools gibt es im Labor eine gesonderte Austestung.

Pseudoallergie-Screening auffällig – was passiert im Körper?

Eine auffällige Reaktion zeigt, dass Abwehrzellen auf Stoffe des Pools mit der Freisetzung von Botenstoffen antworten. Im Körper können Zusatzstoffe auf mehreren Wegen wirken: Manche aktivieren Mastzellen und basophile Zellen direkt, sodass Histamin frei wird. Salicylate und einige Azofarbstoffe greifen in den Arachidonsäure-Stoffwechsel ein und verschieben ihn hin zu Leukotrienen, die die Bronchien verengen und Gefäße durchlässiger machen. Aus Sulfiten kann Schwefeldioxid entstehen, das die Atemwege reizt. Typisch ist, dass Beschwerden von der Menge abhängen und erst ab einer bestimmten Dosis auftreten: Quaddeln, Hautrötung, Schwellungen, eine laufende oder verstopfte Nase, Kopfschmerzen oder Bauchbeschwerden nach Fertigprodukten und Getränken.

Pseudoallergie-Screening unauffällig – was bedeutet das?

Bleibt die Freisetzung der Botenstoffe bei allen drei Pools gering, haben die Abwehrzellen im Test nicht messbar auf diese Stoffe reagiert. Zusatzstoffe, die nicht im Screening enthalten sind, etwa andere Konservierungsstoffe oder natürliche Salicylate in Obst und Gewürzen, sind damit nicht beurteilt. Weil pseudoallergische Reaktionen stark von Dosis, Begleitumständen wie Infekten oder Schmerzmitteln und vom Zustand der Haut- und Schleimhautbarriere abhängen, kann eine Reaktion im Alltag trotzdem auftreten. Die Aussagekraft zellulärer Tests für Pseudoallergien gilt in der Fachliteratur als umstritten. Ähnliche Beschwerden können auch durch Histamin in Lebensmitteln oder durch eine IgE-vermittelte Allergie entstehen, die auf eigenen Seiten beschrieben sind.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: pseudoallergiescreening auf 15 lebensmittelfarb- und zusatzstoffe, pseudoallergiescreening, pseudoallergie, zusatzstoffunverträglichkeit, cast-test, azofarbstoffe

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Quaddeln nach dem Essen
  • Hautrötung / Flush
  • Laufende oder verstopfte Nase
  • Kopfschmerzen nach Fertigprodukten
  • Bauchbeschwerden nach Fertigprodukten

Analysen, die diesen Wert enthalten

Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.

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