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Ornithin

Harnstoffzyklus-Intermediat. Hohe Werte kommen bei seltenen angeborenen Störungen des Ornithin-Stoffwechsels vor; aus Ornithin entstehen außerdem Polyamine und Prolin für Zellteilung und Kollagen.

Was Ornithin im Körper macht

Ornithin ist kein Baustein von Eiweißen, sondern der Träger im Harnstoffzyklus der Leber. In den Mitochondrien der Leberzellen nimmt es Carbamoylphosphat auf, das aus Ammoniak und Kohlendioxid entsteht, und wird zu Citrullin. Über weitere Schritte wird daraus Arginin, von dem die Arginase Harnstoff abspaltet – zurück bleibt Ornithin, das die nächste Runde beginnt. So wird giftiges Ammoniak in Harnstoff umgewandelt, den die Nieren ausscheiden. Außerhalb des Zyklus bildet die Ornithin-Decarboxylase mit Vitamin B6 aus Ornithin die Polyamine Putrescin, Spermidin und Spermin, die Zellteilung und Gewebeerneuerung brauchen. Über die Ornithin-Aminotransferase, ebenfalls mit Vitamin B6, wird Ornithin zu Prolin für das Kollagen oder zu Glutamat umgebaut.

Ornithin niedrig – was passiert im Körper?

Ornithin entsteht aus Arginin. Ist wenig Arginin verfügbar – bei geringer Eiweißzufuhr oder bei hohem Verbrauch nach Verletzungen und bei schweren Erkrankungen –, sinkt auch Ornithin. Dann stehen weniger Polyamine und weniger Prolin für Zellteilung und Kollagenbildung bereit, und Gewebe erneuert sich langsamer. Fehlt dem Harnstoffzyklus Ornithin als Träger, kann Ammoniak langsamer in Harnstoff umgewandelt werden.

Ornithin hoch – was passiert im Körper?

Ornithin staut sich, wenn es nicht weiterverarbeitet wird. Bei der seltenen angeborenen Gyratatrophie fehlt die Ornithin-Aminotransferase; Ornithin steigt stark an und schädigt nach und nach die Netzhaut, sodass das Sehen in der Dämmerung und das Gesichtsfeld nachlassen. Beim ebenfalls seltenen HHH-Syndrom gelangt Ornithin nicht in die Mitochondrien; es reichert sich im Blut an, während der Harnstoffzyklus stockt und Ammoniak steigt. In Studien wurde außerdem bei Entzündungen eine verstärkte Arginase-Aktivität beobachtet, die mehr Arginin zu Ornithin umsetzt. Nach eiweißreichen Mahlzeiten steigt der Wert vorübergehend.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: ornithine, orn, harnstoffzyklus

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Erschöpfung
  • Leberproblem
  • Schlafstörung

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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