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MAO-A-Genetik (Monoaminoxidase A)

MAO-A (Monoaminoxidase A) ist ein Enzym, das die Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin, Adrenalin und Dopamin sowie das Nahrungsamin Tyramin abbaut. Das zugehörige Gen liegt auf dem X-Chromosom: Männer haben eine Kopie, Frauen zwei. Untersucht werden Varianten, die beeinflussen, wie viel Enzym gebildet wird; in Studien steht vor allem eine Wiederholungsvariante in der Steuerregion des Gens (MAOA-uVNTR) im Mittelpunkt. Welche Variante bestimmt wurde, steht im Befund. Probe ist EDTA-Blut; als genetische Untersuchung braucht es eine schriftliche Einwilligung. MAO-A ist Teil der Analyse „Depressions-Genetik“.

Was MAO-A im Körper macht

MAO-A sitzt an der äußeren Membran der Mitochondrien – in Nervenzellen, in der Darmschleimhaut, in der Leber und in der Plazenta. Das Enzym entfernt die Aminogruppe der Monoamine und macht sie damit unwirksam; dabei entstehen Aldehyde, Ammoniak und Wasserstoffperoxid. Serotonin und Noradrenalin baut vor allem MAO-A ab, Dopamin teilen sich MAO-A und die verwandte MAO-B. In Darm und Leber fängt MAO-A Tyramin aus gereiften Lebensmitteln wie Käse ab, bevor es in größerer Menge in den Kreislauf gelangt. Als Cofaktor braucht das Enzym FAD, die aktive Form von Vitamin B2.

Was bedeutet die MAO-A-Variante für den Abbau von Serotonin?

Die Steuerregion des MAO-A-Gens enthält einen kurzen Abschnitt, der unterschiedlich oft wiederholt ist. In Zellstudien wurde das Gen mit 3,5 oder 4 Wiederholungen stärker abgelesen als mit 3 Wiederholungen; die selteneren Formen mit 2 und 5 Wiederholungen sind weniger eindeutig. Eine schwächer abgelesene Form bedeutet weniger Enzym: Serotonin und Noradrenalin werden dann langsamer abgebaut, eine stärker abgelesene Form beschleunigt den Abbau. Wie stark sich das im Gehirn auswirkt, ist beim Menschen nicht geklärt – Messungen der Enzymaktivität im Gehirn gesunder Männer fanden keinen klaren Unterschied zwischen den Formen. Weil Männer nur ein X-Chromosom besitzen, zeigt sich bei ihnen eine einzige Form; bei Frauen wirken beide Kopien zusammen.

Was lässt sich aus dem MAO-A-Genotyp ablesen?

Die schwächer abgelesene Form wurde in der Öffentlichkeit als „Krieger-Gen“ bekannt, weil frühe Studien Zusammenhänge mit impulsivem Verhalten beschrieben, vor allem in Verbindung mit belastenden Kindheitserfahrungen. Spätere, größere Untersuchungen kamen zu uneinheitlichen Ergebnissen; für einzelne Menschen erlaubt die Variante keine Aussage über Persönlichkeit, Verhalten oder Stimmung. Davon zu unterscheiden ist der vollständige MAO-A-Mangel durch seltene schwere Genveränderungen (Brunner-Syndrom), der in wenigen Familien beschrieben wurde und mit den häufigen Varianten nicht vergleichbar ist. Wie viel Serotonin, Noradrenalin und Dopamin tatsächlich vorhanden ist, zeigen die Neurotransmitter-Analysen; der Genotyp ergänzt sie um die erbliche Enzymausstattung.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: mao-a, maoa, mao a, monoaminoxidase a, maoa-uvntr

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Anhaltende Niedergeschlagenheit
  • Innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Familiäre Vorbelastung

Analysen, die diesen Wert enthalten

Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.

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