Linolsäure (Omega-6)
Häufigste Omega-6-Fettsäure in westlicher Ernährung. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 wird im Fettsäureprofil mit angesehen. Die Einordnung steht in deinem Befund.
Was Linolsäure im Körper macht
Linolsäure ist eine Omega-6-Fettsäure mit 18 Kohlenstoffatomen und zwei Doppelbindungen; der Körper kann sie nicht selbst bilden. Sie ist die mengenmäßig wichtigste mehrfach ungesättigte Fettsäure in Zellmembranen, Lipoproteinen und Fettgewebe. In der Haut ist sie Bestandteil besonderer Ceramide in der Hornschicht, die die Wasserbarriere bilden. Über die Delta-6-Desaturase entsteht aus Linolsäure Gamma-Linolensäure, daraus Dihomo-Gamma-Linolensäure – Ausgangsstoff von Prostaglandin E1 – und schließlich Arachidonsäure. Dieser Umbau ist eng reguliert: Mehr Linolsäure erhöht die Arachidonsäure in den Membranen in Studien nur wenig. Ein großer Teil der Linolsäure wird als Brennstoff verwertet.
Linolsäure niedrig – was passiert im Körper?
Ein echter Linolsäuremangel ist selten, weil die Fettsäure in vielen Lebensmitteln vorkommt und im Fettgewebe gespeichert wird. Tritt er auf, zeigt er sich zuerst an der Haut: Ohne Linolsäure fehlen die Ceramide für die Wasserbarriere, die Haut wird trocken und schuppig, verliert mehr Wasser, und Wunden heilen langsamer; auch Haarausfall wurde beschrieben. Gleichzeitig fehlt Ausgangsstoff für Dihomo-Gamma-Linolensäure und Arachidonsäure. Niedrige Werte kommen bei Störungen der Fettaufnahme vor, etwa bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Mukoviszidose oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, sowie bei langer fettfreier künstlicher Ernährung. Ein niedriger Anteil kann auch entstehen, wenn viel Omega-3 die Membranplätze besetzt.
Linolsäure hoch – was passiert im Körper?
Ein hoher Wert spiegelt meist eine reichliche Zufuhr pflanzlicher Öle über längere Zeit wider. Linolsäure konkurriert mit ALA um die Delta-6-Desaturase; ist sehr viel davon vorhanden, wird weniger ALA zu EPA umgebaut, und das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 in den Membranen verschiebt sich. Mehr Linolsäure in den LDL-Partikeln macht diese anfälliger für Oxidation; dabei entstehen oxidierte Linolsäure-Produkte, deren Bedeutung in Studien diskutiert wird. Zugleich senkt Linolsäure, wenn sie gesättigte Fettsäuren ersetzt, das LDL-Cholesterin. Die Studienlage zur Bedeutung hoher Linolsäurewerte ist deshalb uneinheitlich; ein hoher Anteil bedeutet nicht automatisch mehr Arachidonsäure.
Auch bekannt als: linolsäure, omega-6, la
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Chronische Entzündung
- Herzerkrankung
- Trockene Haut
- Langsame Wundheilung
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
