LDL-Cholesterin
LDL ist das Transportpartikel (Lipoprotein), das Cholesterin von der Leber zu den Körperzellen bringt; in der Gefäßwand kann es zurückgehalten und oxidiert werden. Oxidiertes LDL (ox-LDL) triggert Plaquebildung. Oxidiertes LDL kann als zusätzlicher Wert mit angesehen werden.
Was LDL im Körper macht
LDL entsteht im Blut aus VLDL, das die Leber abgibt: Die Lipoproteinlipase entzieht VLDL schrittweise Triglyzeride, über IDL bleibt ein kleineres, cholesterinreiches Partikel übrig – LDL. Jedes LDL-Partikel trägt genau ein Apolipoprotein B-100, an das der LDL-Rezeptor bindet. Die Zelle nimmt das Partikel durch Einstülpung auf und nutzt das Cholesterin für Membranen oder, in Nebennieren und Keimdrüsen, für Hormone. Den größten Teil des LDL holt die Leber zurück. Wie viele Rezeptoren sie bildet, richtet sich nach ihrem eigenen Cholesteringehalt über den Schalter SREBP-2; das Protein PCSK9 sorgt dafür, dass Rezeptoren abgebaut statt wiederverwendet werden.
LDL niedrig – was passiert im Körper?
Ein niedriger LDL-Wert zeigt, dass die Leber LDL zügig über ihre Rezeptoren aufnimmt oder wenig VLDL abgibt. Die Körperzellen decken ihren Cholesterinbedarf dann vermehrt durch eigene Herstellung. Niedrige Werte kommen bei einer Schilddrüsenüberfunktion, Mangelernährung, schweren Lebererkrankungen, Störungen der Fettaufnahme, akuten Entzündungen und unter cholesterinsenkenden Medikamenten vor, außerdem bei erblichen Varianten, etwa wenn PCSK9 weniger aktiv ist. Bei seltenen erblichen Störungen der apoB-Bildung können zusätzlich die fettlöslichen Vitamine schlechter transportiert werden, und in der Leber sammelt sich Fett an, weil sie es nicht ausreichend als VLDL ausschleusen kann.
LDL hoch – was passiert im Körper?
Steigt LDL, verweilen die Partikel länger im Blut – meist weil weniger oder weniger wirksame LDL-Rezeptoren sie aufnehmen. Das kommt bei erblichen Varianten im LDL-Rezeptor, im Apolipoprotein B oder im PCSK9 vor (familiäre Hypercholesterinämie), bei einer Schilddrüsenunterfunktion, nach den Wechseljahren, bei Nierenerkrankungen und Gallestau. Je mehr LDL-Partikel zirkulieren, desto mehr dringen in die Gefäßinnenwand ein. Dort werden sie an Bindegewebsfasern festgehalten und oxidiert; Fresszellen nehmen oxidiertes LDL über Scavenger-Rezeptoren ungebremst auf und werden zu Schaumzellen, aus denen Plaques entstehen. Bei sehr hohen Werten lagert sich Cholesterin auch in Sehnen und Augenlidern ab.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: ldl, schlechtes cholesterin
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Herzerkrankung
- Atherosklerose
- Xanthome
- Xanthelasmen
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
