KMO-Aktivitätsindex
KMO leitet Kynurenin zu 3-OH-Kynurenin → Quinolinsäure (neurotoxisch). Ein erhöhter Index zeigt, dass mehr Kynurenin in den Zweig zu 3-OH-Kynurenin und Quinolinsäure fließt, wie es bei Entzündungen vorkommt.
Was der KMO-Aktivitätsindex anzeigt
Kynurenin steht an einer Weggabelung. Die Kynurenin-Aminotransferasen (KAT) bilden mit Vitamin B6 daraus Kynurensäure, die Kynureninase bildet Anthranilsäure, und die Kynurenin-3-Monooxygenase (KMO) bildet 3-Hydroxykynurenin, die Vorstufe von Quinolinsäure und NAD⁺. Der KMO-Aktivitätsindex setzt das Produkt der KMO ins Verhältnis zu ihrem Ausgangsstoff Kynurenin. Er ist damit kein Messwert für das Enzym selbst, sondern zeigt, welcher Anteil des Kynurenins gerade in den Zweig zu 3-Hydroxykynurenin und Quinolinsäure fließt – und wie viel für den Zweig zur Kynurensäure übrig bleibt.
KMO-Aktivitätsindex niedrig – was passiert im Körper?
Ist der Index niedrig, wird verhältnismäßig wenig Kynurenin über die KMO umgesetzt. Es steht dann mehr Kynurenin für die Kynurensäure zur Verfügung, die an NMDA-Rezeptoren die Wirkung von Glutamat dämpft und die Freisetzung von Glutamat und Acetylcholin bremst. Ein niedriger Index kommt vor, wenn wenig Entzündungsreiz besteht, oder wenn Vitamin B2 knapp ist, weil die KMO FAD als Cofaktor braucht. In Studien wurde ein Übergewicht des Kynurensäure-Zweigs mit Veränderungen bei Aufmerksamkeit und Gedächtnis in Verbindung gebracht.
KMO-Aktivitätsindex hoch – was passiert im Körper?
Ist der Index hoch, fließt ein großer Teil des Kynurenins in den Zweig zu 3-Hydroxykynurenin und Quinolinsäure. Das geschieht vor allem, wenn Entzündungsbotenstoffe Makrophagen und Mikroglia aktivieren. 3-Hydroxykynurenin bildet beim Oxidieren reaktive Sauerstoffverbindungen, Quinolinsäure regt NMDA-Rezeptoren an; zugleich bleibt weniger Kynurenin für die dämpfende Kynurensäure. Das Gleichgewicht zwischen dämpfenden und anregenden Stoffwechselprodukten verschiebt sich so zur anregenden Seite. In Studien wurde ein hoher Anteil dieses Zweigs bei Depression mit erhöhten Entzündungsmarkern und bei neurodegenerativen Erkrankungen beobachtet.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: kmo, kynurenin-3-monooxygenase
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Depression
- Neuroinflammation
- Chronische Erschöpfung
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
