Isoleucin
BCAA mit Rolle in der Energiegewinnung im Muskel. In Untersuchungen förderte es die Aufnahme von Glukose in die Muskelzellen.
Was Isoleucin im Körper macht
Isoleucin ist eine der drei verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA) und unentbehrlich. Anders als die meisten Aminosäuren wird es nicht zuerst in der Leber, sondern vor allem in den Muskeln abgebaut: Ein Enzym mit Vitamin B6 überträgt seine Aminogruppe auf Alpha-Ketoglutarat, und ein Enzymkomplex in den Mitochondrien, der die Vitamine B1, B2, B3, B5 und Liponsäure braucht, baut das Kohlenstoffgerüst weiter ab. Am Ende stehen Acetyl-CoA, das direkt Energie liefert, und Propionyl-CoA, das mit Biotin und Vitamin B12 in den Energiestoffwechsel eingeschleust oder zu Glukose werden kann. Die Aminogruppe verlässt den Muskel als Alanin oder Glutamin. In Untersuchungen förderte Isoleucin die Aufnahme von Glukose in die Muskelzellen. An der Blut-Hirn-Schranke teilt es sich einen Transporter mit Tryptophan, Tyrosin und Phenylalanin.
Isoleucin niedrig – was passiert im Körper?
Ist wenig Isoleucin verfügbar, fehlt ein unentbehrlicher Baustein, und die Eiweißbildung wird gedrosselt; um den Bedarf zu decken, wird Muskeleiweiß abgebaut. Den Muskeln steht weniger dieses Brennstoffs zur Verfügung, und an der Blut-Hirn-Schranke haben die konkurrierenden Aminosäuren leichteren Zugang. Niedrige Werte kommen bei geringer Eiweißzufuhr und Mangelernährung vor; bei fortgeschrittener Lebererkrankung sinken die verzweigtkettigen Aminosäuren, während die aromatischen wie Phenylalanin und Tyrosin ansteigen.
Isoleucin hoch – was passiert im Körper?
Die verzweigtkettigen Aminosäuren steigen meist gemeinsam, wenn ihr Abbau gebremst ist. In Studien wurden erhöhte Werte bei Insulinresistenz, Übergewicht und Typ-2-Diabetes beobachtet; der Abbau-Enzymkomplex ist dabei in Fettgewebe und Leber weniger aktiv, und Zwischenprodukte des Abbaus stehen im Verdacht, die Weiterleitung des Insulinsignals zu stören. Bei der seltenen angeborenen Ahornsirupkrankheit fehlt dieser Enzymkomplex; Isoleucin, Leucin und Valin stauen sich stark an, und der Urin riecht nach Ahornsirup – die Störung wird im Neugeborenen-Screening erfasst. Vorübergehend steigen die Werte nach eiweißreichen Mahlzeiten und in den ersten Fastentagen.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: isoleucine, bcaa
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Blutzuckerschwankungen
- Erschöpfung
- Muskelabbau
- Muskelschwäche
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
