Histidin
Essentielle Aminosäure, Vorläufer von Histamin. Wichtig für den Säure-Basen-Puffer im Blut (Hämoglobin) und als Baustein von Carnosin im Muskel.
Was Histidin im Körper macht
Histidin ist eine unentbehrliche Aminosäure, die der Körper nicht selbst bilden kann. Ihr Imidazolring kann beim Säuregrad des Körpers leicht Wasserstoffionen aufnehmen und wieder abgeben. Deshalb puffert Histidin im Hämoglobin Säure im Blut, und im Muskel bildet es zusammen mit Beta-Alanin Carnosin, das die bei Anstrengung entstehende Säure abfängt. Im Hämoglobin hält ein Histidin das Eisen des Häms an seinem Platz, und in vielen Enzymen bindet es Zink, Kupfer oder Eisen im aktiven Zentrum. Die Histidin-Decarboxylase bildet mit Vitamin B6 daraus Histamin – in Mastzellen für Abwehrreaktionen, in der Magenschleimhaut für die Säurebildung und im Gehirn als Wachheitssignal. Abgebaut wird Histidin über Urocaninsäure zu Glutamat; für den letzten Schritt wird Folat gebraucht.
Histidin niedrig – was passiert im Körper?
Ist wenig Histidin verfügbar, fehlt Baumaterial für Hämoglobin und Carnosin. In Studien wurde bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung ein Zusammenhang zwischen niedrigem Histidin und niedrigem Hämoglobin beobachtet, und im Muskel sinkt die Fähigkeit, Säure abzupuffern. Auch Entzündungsprozesse gehen mit niedrigeren Werten einher: In Studien waren sie bei rheumatoider Arthritis, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und bei Übergewicht niedriger. Ursachen sind eine geringe Eiweißzufuhr und ein erhöhter Verbrauch bei Entzündungen.
Histidin hoch – was bedeutet das?
Ein hoher Wert bedeutet nicht automatisch mehr Histamin: Wie viel Histamin entsteht, hängt vor allem von der Aktivität der Histidin-Decarboxylase in den Zellen ab und weniger vom Histidin im Blut. Erhöhte Werte entstehen, wenn der Abbau langsamer läuft – bei der seltenen angeborenen Histidinämie, die meist ohne Beschwerden verläuft, oder wenn wenig Folat für den Abbau vorhanden ist; dann staut sich zusätzlich das Zwischenprodukt FIGLU. Nach eiweißreichen Mahlzeiten steigt der Wert vorübergehend an.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: histidine, his, histamin-vorstufe
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Nahrungsmittelreaktion
- Histaminunverträglichkeit
- Anämie
- Blässe
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
