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Glycin

Kleinste Aminosäure, hemmender Neurotransmitter. Baustein von Glutathion, jede dritte Aminosäure im Kollagen, Vorläufer von Kreatin und Häm.

Was Glycin im Körper macht

Der Körper bildet Glycin vor allem aus Serin; das Enzym dafür braucht Folat und Vitamin B6 und liefert dabei zugleich eine Kohlenstoffeinheit für die Bildung von Erbsubstanz und für Methylierungen. Glycin ist Baustein vieler Stoffe: Im Kollagen steht es an jeder dritten Stelle der Kette, weil nur die kleinste Aminosäure in das Innere der dreifach gewundenen Kollagenfaser passt. Zusammen mit Glutamat und Cystein bildet es Glutathion; mit Succinyl-CoA ist es Ausgangsstoff für Häm, den roten Blutfarbstoff; mit Arginin bildet es Kreatin. Die Leber koppelt Glycin an Gallensäuren und an manche Fremdstoffe, um sie ausscheidbar zu machen. Im Rückenmark und Hirnstamm ist Glycin ein hemmender Botenstoff: Es öffnet Chloridkanäle und dämpft Muskelspannung und Reflexe. Am NMDA-Rezeptor im Gehirn wirkt es dagegen als notwendiger Mitspieler von Glutamat.

Glycin niedrig – was passiert im Körper?

Glycin wird an vielen Stellen gleichzeitig gebraucht. Ist wenig verfügbar, wird die Bildung von Glutathion gedrosselt – in Studien wurden bei niedrigem Glycin auch niedrigere Glutathionwerte gemessen –, und für die Neubildung von Kollagen in Haut, Sehnen, Knorpel und Knochen steht weniger Baumaterial bereit. Berechnungen legen nahe, dass die eigene Bildung bei hohem Bedarf nicht immer ausreicht. Im Rückenmark fehlt ein Teil der dämpfenden Signale. Niedrige Glycinwerte wurden in Studien bei Übergewicht, Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und Fettleber beobachtet.

Glycin hoch – was passiert im Körper?

Sehr hohe Werte entstehen, wenn das System, das Glycin in den Mitochondrien abbaut, angeboren nicht arbeitet (nicht-ketotische Hyperglycinämie): Glycin reichert sich im Gehirn an, überstimuliert NMDA-Rezeptoren und verstärkt zugleich die Hemmung – mit Muskelschwäche, Atemstörungen und Krampfanfällen schon im Säuglingsalter. Mäßig erhöhte Werte kommen bei manchen anderen Stoffwechselstörungen, unter dem Medikament Valproat, das den Glycinabbau bremst, und nach eiweißreichen Mahlzeiten vor. In Studien gingen höhere Glycinwerte eher mit einer guten Insulinempfindlichkeit einher.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: glycine, gly

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Schlafstörung
  • Muskelverspannung
  • Gelenkprobleme
  • Angst
  • Langsame Wundheilung

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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