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Glutamin

Häufigste Aminosäure im Blut. Wichtiger Energielieferant der Dünndarmzellen und von Abwehrzellen; bedeutsam für die Darmbarriere und den Stickstoffstoffwechsel der Leber.

Was Glutamin im Körper macht

Glutamin entsteht vor allem in den Muskeln: Das Enzym Glutamin-Synthetase hängt unter Energieverbrauch Ammoniak an Glutamat. So wird giftiges Ammoniak gebunden und als Glutamin über das Blut verteilt. Die Zellen der Dünndarmschleimhaut und Abwehrzellen wie Lymphozyten und Makrophagen nutzen Glutamin als Energiequelle und als Stickstofflieferant für die Bausteine der Erbsubstanz – sie teilen sich schnell und brauchen beides in großer Menge. Die Nieren spalten Glutamin wieder in Glutamat und Ammoniak; mit dem Ammoniak scheiden sie Säure aus und halten so das Säure-Basen-Gleichgewicht. Glutamin ist außerdem Vorstufe von Glutamat, GABA und Glutathion. Im Gehirn pendelt es zwischen Stützzellen und Nervenzellen und hilft, den Botenstoff Glutamat wiederzuverwerten.

Glutamin niedrig – was passiert im Körper?

Übersteigt der Verbrauch die Bildung, sinkt Glutamin im Blut. Die Muskeln bauen dann verstärkt Eiweiß ab, um Glutamin nachzuliefern. Die Dünndarmzellen erneuern sich langsamer, und in Studien wurden die Verbindungen zwischen ihnen (Tight Junctions) bei Glutaminmangel weniger dicht; Abwehrzellen vermehren sich schlechter, und es wird weniger Glutathion gebildet. Niedrige Werte kommen bei schweren Belastungen des Körpers vor – nach Operationen, Verletzungen, Verbrennungen und bei schweren Infektionen –, bei Mangelernährung, und in Studien wurden sie nach sehr langen, intensiven Ausdauerbelastungen gemessen. In solchen Phasen gilt Glutamin als bedingt unentbehrlich, weil der Körper nicht genug selbst herstellen kann.

Glutamin hoch – was passiert im Körper?

Hohe Werte zeigen oft, dass der Körper viel Ammoniak abfangen muss. Kann die Leber Ammoniak nicht ausreichend zu Harnstoff verarbeiten – bei eingeschränkter Leberfunktion oder bei angeborenen Störungen des Harnstoffzyklus –, binden Muskeln und Gehirn es verstärkt als Glutamin. Im Gehirn geschieht das in den Stützzellen (Astrozyten); sammelt sich dort viel Glutamin an, ziehen die Zellen Wasser und schwellen, was Konzentration und Wachheit beeinträchtigt. Dieses Geschehen ist bei der hepatischen Enzephalopathie beschrieben. Vorübergehend höhere Werte kommen nach eiweißreichen Mahlzeiten vor.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: glutamine, gln

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Leaky Gut
  • Darmprobleme
  • Immunschwäche
  • Muskelabbau nach Sport
  • Langsame Wundheilung

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.