Giardia lamblia (PCR)
Eine der weltweit häufigsten Darminfektionen durch Einzeller. Giardia schädigt den Bürstensaum → Laktasemangel, Fettstühle, mitunter chronische Durchfälle. PCR deutlich sensitiver als mikroskopische Stuhluntersuchung.
Wie Giardia lamblia im Dünndarm lebt
Giardia lamblia, auch Giardia duodenalis oder intestinalis genannt, ist ein Geißeltierchen. Ihre Zysten überstehen in kaltem Wasser wochenlang, und schon wenige reichen für eine Ansteckung. Im Zwölffingerdarm schlüpfen daraus die Trophozoiten. Sie dringen nicht ins Gewebe ein, sondern saugen sich mit einer Haftscheibe an ihrer Unterseite an die Oberfläche der Dünndarmzellen und vermehren sich durch Zweiteilung. Weiter unten im Darm, unter dem Einfluss von Galle, bilden sie wieder Zysten, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Viele Infektionen verlaufen ohne Beschwerden.
Wie Giardia auf Darmschleimhaut und Immunsystem wirkt
Das Ansaugen und die von Giardia abgegebenen Enzyme verkürzen die Mikrovilli, lockern die Verbindungen zwischen den Darmzellen und lassen mehr Darmzellen absterben. Mit der verkleinerten Oberfläche sinken auch die dort sitzenden Verdauungsenzyme wie die Laktase; unverdauter Milchzucker gelangt in den Dickdarm und wird dort vergoren. Gleichzeitig verändert Giardia die Gallensäuren, die für die Fettverdauung gebraucht werden, und die Darmzellen geben vermehrt Chlorid und Wasser ab. Die Abwehr beruht vor allem auf sekretorischem IgA und T-Zellen. Giardia kann jedoch ihre Oberflächeneiweiße austauschen und so den Antikörpern ausweichen – ein Grund für langwierige Verläufe.
Was passiert, wenn Giardia sich stark vermehrt?
Bleibt eine starke Besiedlung länger bestehen, werden Nährstoffe dauerhaft schlechter aufgenommen. In Studien wurden dabei Mängel an fettlöslichen Vitaminen, Vitamin B12, Eisen und Zink beobachtet; bei Kindern in Regionen mit häufigen Infektionen auch Wachstumsverzögerungen. Nach einem großen Ausbruch über Trinkwasser im norwegischen Bergen hatten in Nachbeobachtungen über Jahre mehr Betroffene Reizdarm-Beschwerden und anhaltende Erschöpfung als Vergleichspersonen, obwohl der Erreger nicht mehr nachweisbar war. Als Erklärung werden eine fortbestehende leichte Entzündung, eine veränderte Darmflora und eine empfindlichere Darmwahrnehmung untersucht.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: giardia, giardiasis, lamblien
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Fettstühle
- Durchfall
- Bauchkrämpfe
- Gewichtsverlust
- Laktoseintoleranz
- Übelriechender Stuhl
- Blähungen
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
