Entamoeba histolytica (PCR)
Die wichtigste krankheitsauslösende Amöbe im menschlichen Darm. Kann invasive Amöbiasis (Amöbenruhr) und Leberabszess verursachen. PCR unterscheidet von harmlosen E. dispar.
Wie Entamoeba histolytica lebt
Entamoeba histolytica wird als Zyste über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel aufgenommen. Im Dünndarm schlüpfen daraus die beweglichen Trophozoiten, die in den Dickdarm wandern und sich dort von Bakterien ernähren. Bei den meisten Infizierten bleibt es dabei: Die Amöben leben im Darminneren, ohne die Schleimhaut anzugreifen, und werden als neue Zysten ausgeschieden, die außerhalb des Körpers wochenlang ansteckend bleiben. Unter dem Mikroskop sehen E. histolytica, die harmlose E. dispar und E. moshkovskii gleich aus; erst der Nachweis ihres Erbguts unterscheidet sie.
Wie Entamoeba histolytica die Darmschleimhaut angreift
Wird die Amöbe invasiv, heftet sie sich mit einem zuckerbindenden Eiweiß (Gal/GalNAc-Lektin) an Schleim und Darmzellen. Cysteinproteasen zerlegen die schützende Schleimschicht, Antikörper und das Bindegewebe zwischen den Zellen. Porenbildende Eiweiße, die Amoebaporen, durchlöchern die Membranen der Darmzellen, und die Amöbe beißt Stücke lebender Zellen ab, bis diese sterben. So entstehen flaschenförmige Geschwüre in der Dickdarmwand. Angelockte neutrophile Granulozyten werden ebenfalls abgetötet und setzen dabei Enzyme frei, die den Gewebeschaden vergrößern – das erklärt die schleimig-blutigen Durchfälle und Bauchschmerzen.
Was passiert, wenn Entamoeba histolytica ins Gewebe vordringt?
Aus den Geschwüren können Amöben in die Pfortader gelangen, die das Blut vom Darm zur Leber führt. In der Leber lösen sie Gewebe auf, und es entsteht ein Abszess mit Fieber und Schmerzen im rechten Oberbauch – mitunter erst Monate nach einem Aufenthalt in einem Gebiet, in dem der Erreger verbreitet ist, und auch ohne vorangegangenen Durchfall. Seltener sind Lunge oder Gehirn betroffen. In Studien traten invasive Verläufe häufiger bei Männern, bei Mangelernährung, unter Cortison und in der Schwangerschaft auf. E. histolytica gehört nicht zur normalen Darmflora; wird ihr Erbgut nicht gefunden, fehlt sie in der Probe.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: entamoeba, amöbe, amöbenruhr
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Blutiger Durchfall
- Bauchschmerzen
- Fieber
- Leberabszess
- Schleim im Stuhl
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
