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Dihydrotestosteron (DHT)

Dihydrotestosteron, kurz DHT, ist ein männliches Geschlechtshormon (Androgen), das bei Männern und Frauen vorkommt. Es entsteht zum größten Teil direkt in den Geweben, in denen es wirkt: in Haut, Talgdrüsen, Haarwurzeln, Prostata und Leber. Dort wandelt das Enzym 5α-Reduktase Testosteron in DHT um. Bei Frauen stammt es aus Testosteron und dessen Vorstufen aus Eierstöcken und Nebennieren. Gemessen wird DHT im Serum. Weil viel DHT im Gewebe gebildet und dort auch verbraucht wird, zeigt der Blutwert die Wirkung vor Ort nur zum Teil; er wird deshalb zusammen mit Testosteron und SHBG eingeordnet.

Was Dihydrotestosteron im Körper macht

DHT bindet deutlich fester an den Androgenrezeptor als Testosteron und wirkt daher stärker. Anders als Testosteron kann es nicht in Östrogen umgewandelt werden. Schon vor der Geburt formt DHT die äußeren männlichen Geschlechtsorgane. In der Pubertät lässt es Bart- und Körperbehaarung wachsen, regt die Talgdrüsen an und steuert das Wachstum der Prostata. Bei Erwachsenen bestimmt es die Talgproduktion der Haut und wirkt auf die Haarwurzeln: Am Körper und im Bart fördert es das Haarwachstum, an der Kopfhaut kann es bei entsprechender Veranlagung die Haarfollikel verkleinern. Abgebaut wird DHT vor allem in der Leber.

Dihydrotestosteron niedrig – was passiert im Körper?

Niedrige Werte entstehen, wenn wenig Testosteron als Ausgangsstoff vorhanden ist oder die 5α-Reduktase weniger aktiv ist. Bei Männern kann ein Mangel an männlichen Hormonen insgesamt mit nachlassender Libido, geringerer Körperbehaarung und weniger Muskelkraft einhergehen. Medikamente, die die 5α-Reduktase hemmen und bei vergrößerter Prostata oder Haarausfall eingesetzt werden, senken den DHT-Spiegel gezielt. Sehr selten ist ein angeborener Mangel des Enzyms, bei dem sich die äußeren Geschlechtsorgane bei Jungen nicht vollständig ausbilden. Bei Frauen gelten niedrige DHT-Werte meist als unauffällig, weil sie ohnehin nur geringe Mengen bilden.

Dihydrotestosteron hoch – was passiert im Körper?

Bei viel DHT werden die Androgenrezeptoren in Haut und Haarwurzeln stärker aktiviert. Die Talgdrüsen vergrößern sich und bilden mehr Talg, was fettige Haut und Akne begünstigt. Bei Frauen können vermehrter Haarwuchs an Kinn, Oberlippe, Brust und Bauch sowie Zyklusstörungen auftreten. An der Kopfhaut verkleinern sich bei erblicher Veranlagung die Haarfollikel, die Haare werden dünner – bei Männern an Schläfen und Oberkopf, bei Frauen eher im Scheitelbereich. Bei älteren Männern treibt DHT das Wachstum der Prostata an. Hohe Werte kommen bei erhöhtem Testosteron vor, etwa beim polyzystischen Ovarsyndrom, bei dem in Studien auch eine gesteigerte Aktivität der 5α-Reduktase beobachtet wurde, oder bei Zufuhr von Testosteron.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: dht, dihydrotestosteron, 5α-dihydrotestosteron, 5-alpha-dihydrotestosteron, androstanolon

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Akne
  • Fettige Haut
  • Haarausfall am Oberkopf
  • Vermehrter Körperhaarwuchs bei Frauen
  • Zyklusunregelmäßigkeiten

Analysen, die diesen Wert enthalten

Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.

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