D-Dimere
D-Dimere sind Spaltprodukte des Fibrins, des Eiweißnetzes, das ein Blutgerinnsel zusammenhält. Sie entstehen nur, wenn zuvor Fibrin gebildet und anschließend wieder abgebaut wurde. Der Wert beschreibt damit die Aktivität von Gerinnung und Gerinnselauflösung im ganzen Körper. Gemessen werden sie im Citratplasma, das gefroren ins Labor gelangt; im Testkatalog stehen sie zusammen mit Troponin und NT-proBNP. Die Blutabnahme erfolgt in einer Praxis, die Probe wird per Express verschickt.
Wie D-Dimere im Körper entstehen
Wird ein Blutgefäß verletzt, setzt die Gerinnung ein: Das Enzym Thrombin wandelt das im Blut gelöste Fibrinogen in Fibrinfäden um, und der Gerinnungsfaktor XIII vernetzt diese Fäden fest miteinander, sodass ein stabiler Pfropf entsteht. Sobald das Gefäß verschlossen ist, beginnt der Körper, das Gerinnsel wieder aufzulösen (Fibrinolyse). Das Enzym Plasmin zerschneidet das vernetzte Fibrin; dabei bleiben Bruchstücke übrig, in denen zwei sogenannte D-Domänen miteinander verbunden sind – die D-Dimere. Sie zeigen also an, dass im Körper Gerinnung und Auflösung zugleich stattfinden.
D-Dimere niedrig – was bedeutet das?
Ein niedriger D-Dimer-Wert ist der Normalfall. Er spricht dagegen, dass zum Zeitpunkt der Blutabnahme in größerem Umfang Gerinnsel gebildet und wieder abgebaut werden, und wird deshalb mit angesehen, um eine frische Thrombose oder Lungenembolie als unwahrscheinlicher einzuordnen. Unter gerinnungshemmenden Medikamenten oder wenn ein Gerinnsel schon länger besteht, können die Werte allerdings niedriger ausfallen. Ein plötzlich geschwollenes, schmerzendes Bein, Brustschmerzen beim Einatmen oder plötzliche Atemnot gehören immer sofort in ärztliche Hände.
D-Dimere erhöht – was passiert im Körper?
Erhöhte D-Dimere zeigen, dass im Körper vermehrt Fibrin gebildet und abgebaut wird. Das ist bei einer Thrombose in den Beinvenen oder einer Lungenembolie der Fall, aber auch nach Operationen und Verletzungen, bei Entzündungen und Infektionen, in der Schwangerschaft, bei Tumorerkrankungen und mit zunehmendem Alter. Erhöhte Werte allein zeigen deshalb nicht, wo und warum die Gerinnung aktiv ist. Bei COVID-19 wurden in Studien häufig erhöhte D-Dimere beobachtet, weil das Virus die Gefäßinnenwand und die Gerinnung aktiviert; ob nach der Infektion anhaltende Gerinnungsveränderungen an Long-COVID-Beschwerden beteiligt sind, wird untersucht und ist umstritten.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: d-dimere, d-dimer, fibrinspaltprodukte, fibrinogen-spaltprodukte
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Einseitig geschwollenes oder schmerzendes Bein
- Atemnot
- Brustschmerzen beim Einatmen
- Anhaltende Erschöpfung nach Infekt
Analysen, die diesen Wert enthalten
Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.
Experten-Netzwerk ansehenReferenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
