Cryptosporidium spp. (PCR)
Parasit, der auch bei gesunden Menschen Durchfall auslöst; bei geschwächtem Immunsystem kann die Infektion besonders schwer und langwierig verlaufen. Übersteht Chlordesinfektion – deshalb kommt es immer wieder zu Ausbrüchen über Trinkwasser und Badegewässer.
Wie Cryptosporidium lebt und sich vermehrt
Cryptosporidien sind Einzeller aus derselben Gruppe wie der Toxoplasmose-Erreger. Aufgenommen werden sie als dickwandige Oozysten über verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder Kontakt zu Menschen und Tieren, etwa Kälbern; schon wenige Oozysten können für eine Infektion ausreichen. Im Dünndarm schlüpfen bewegliche Sporozoiten, heften sich an die Darmzellen und lassen sich von deren Membran umhüllen – sie sitzen also an der Zelloberfläche, aber geschützt in einer Hülle. Dort vermehren sie sich ungeschlechtlich und geschlechtlich. Dünnwandige Oozysten können noch im selben Darm neue Zellen befallen; dickwandige werden ausgeschieden und sind sofort ansteckend.
Wie Cryptosporidium auf Darmschleimhaut und Immunsystem wirkt
Befallene Darmzellen sterben ab oder werden abgestoßen, die Darmzotten verkürzen sich, und die Fläche, über die Nährstoffe und Wasser aufgenommen werden, wird kleiner. Gleichzeitig regen Entzündungsbotenstoffe die Schleimhaut an, Chlorid und damit Wasser in den Darm abzugeben – so entsteht der wässrige Durchfall. Beendet wird die Infektion vor allem durch die zelluläre Abwehr: T-Helferzellen und das von ihnen gebildete Interferon-γ sowie Interferone der Darmzellen selbst. Bei einem gesunden Immunsystem klingt die Erkrankung deshalb meist nach einigen Tagen bis wenigen Wochen von selbst ab, auch wenn noch eine Weile Oozysten ausgeschieden werden.
Was passiert, wenn Cryptosporidium sich stark vermehrt?
Fehlen T-Helferzellen – etwa bei einer fortgeschrittenen HIV-Infektion, nach Organtransplantation oder unter Chemotherapie –, läuft der Kreislauf der Selbstansteckung im Darm ungebremst weiter. Es kommt zu lang anhaltendem, sehr wasserreichem Durchfall mit großen Verlusten an Flüssigkeit und Salzen, zu einer gestörten Nährstoffaufnahme und zu Gewichtsverlust. Die Erreger können dann auch die Gallenwege besiedeln und dort Entzündungen auslösen. Bei Kleinkindern in Regionen mit schlechter Wasserversorgung wurden wiederholte Infektionen in Studien mit Wachstumsverzögerungen in Verbindung gebracht.
Die Einordnung steht in deinem Befund.
Auch bekannt als: cryptosporidium, kryptosporidien
Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird
- Wässriger Durchfall
- Bauchkrämpfe
- Übelkeit
- Gewichtsverlust
- Fieber
Analysen, die diesen Wert enthalten
Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.
Referenzbereiche und die Einordnung deines persönlichen Werts stehen in deinem Befund. Die Besprechung führst du mit einer Heilpraktikerin oder einer Ärztin aus dem ORY Experten-Netzwerk.
