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Cholinesterase (CHE, Pseudocholinesterase)

Die Cholinesterase im Blut – genauer Butyrylcholinesterase, auch Pseudocholinesterase oder CHE – ist ein Enzym, das die Leber bildet und ins Blut abgibt. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Acetylcholinesterase, die an den Nervenenden den Botenstoff Acetylcholin abbaut. Die Cholinesterase gehört zu den Werten, die die Bildungsleistung der Leber beschreiben. Gemessen wird die Cholinesterase im Serum, zusammen mit den übrigen Leberwerten; die Blutabnahme erfolgt in einer Praxis.

Was die Cholinesterase im Körper macht

Die Cholinesterase im Blut spaltet sogenannte Cholinester. Dazu gehören bestimmte Arzneistoffe wie das bei Narkosen eingesetzte Muskelentspannungsmittel Succinylcholin und örtliche Betäubungsmittel vom Estertyp, aber auch Stoffe aus der Nahrung und aus der Umwelt. Sie dient damit als eine Art Puffer, der solche Stoffe abfängt, bevor sie an den Nervenenden wirken. Weil die Leber das Enzym laufend neu herstellt, spiegelt seine Aktivität im Blut wider, wie viel Eiweiß die Leber bilden kann – ähnlich wie das Albumin. Anders als GOT und GPT zeigt sie also nicht Zellschäden, sondern die Syntheseleistung der Leber.

Cholinesterase zu niedrig – was passiert im Körper?

Eine niedrige Aktivität zeigt, dass die Leber weniger Eiweiß herstellt. Das kommt bei länger bestehenden Lebererkrankungen mit Umbau des Gewebes (Leberzirrhose) vor, aber auch bei Mangelernährung sowie bei schweren Entzündungen und Infektionen, während derer die Leber ihre Eiweißbildung umstellt. Auch Organophosphate, Wirkstoffe mancher Insektenvernichtungsmittel, hemmen das Enzym. Seltener ist eine angeborene Variante im BCHE-Gen die Ursache: Dann wird Succinylcholin bei einer Narkose nur langsam abgebaut, und die Muskelentspannung samt Atemlähmung hält deutlich länger an als üblich. In der Schwangerschaft liegt die Aktivität natürlicherweise etwas niedriger.

Cholinesterase erhöht – was passiert im Körper?

Erhöhte Werte entstehen, wenn die Leber mehr Eiweiß bildet. In Studien wurde das bei Fettleber, Übergewicht, Typ-2-Diabetes und erhöhten Blutfetten beobachtet; die Cholinesterase steigt dabei mit der Fetteinlagerung in der Leber. Beim nephrotischen Syndrom, bei dem viel Eiweiß über die Nieren verloren geht, kurbelt die Leber ihre Eiweißbildung an, und auch die Cholinesterase steigt. Ob das Enzym selbst am Fettstoffwechsel beteiligt ist oder nur eine Begleiterscheinung darstellt, wird in der Forschung diskutiert.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: cholinesterase, che, pseudocholinesterase, butyrylcholinesterase, bche

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Wassereinlagerungen
  • Verlängerte Wirkung einer Narkose

Analysen, die diesen Wert enthalten

Für diesen Wert ist derzeit keine Analyse im Shop hinterlegt. Eine Heilpraktikerin oder ein Arzt aus dem ORY Experten-Netzwerk kann dir sagen, wie er sich sonst bestimmen lässt.

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