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Carnitin

L-Carnitin transportiert langkettige Fettsäuren in die Mitochondrien zur Energiegewinnung. Fehlt Carnitin, gelangen langkettige Fettsäuren schlechter in die Mitochondrien – die Zelle gewinnt dann weniger Energie aus Fett, obwohl genug Fett vorhanden ist. Im Prevent 360 gemessen als Teil des Energie-Metabolismus-Profils.

Was Carnitin im Körper macht

Carnitin stammt zu einem großen Teil aus der Nahrung, vor allem aus Fleisch; den Rest bilden Leber und Nieren aus den Aminosäuren Lysin und Methionin, wofür unter anderem Vitamin C, Eisen, Vitamin B6 und Niacin nötig sind. Langkettige Fettsäuren können die innere Mitochondrienmembran nicht selbst durchqueren: Das Enzym CPT1 an der äußeren Membran koppelt sie an Carnitin, ein Transporteiweiß schleust dieses Acylcarnitin hinein, und innen löst CPT2 die Fettsäure wieder ab – das ist der Carnitin-Shuttle. Erst danach baut die Beta-Oxidation die Fettsäure zu Acetyl-CoA ab, das in den Citratzyklus eintritt und in der Leber auch zu Ketonkörpern wird. Umgekehrt nimmt Carnitin überschüssige Acylreste aus den Mitochondrien auf und führt sie ab, sodass genug freies Coenzym A erhalten bleibt. Herz und Skelettmuskeln, die viel Energie aus Fett beziehen, enthalten den größten Teil des Körpercarnitins.

Carnitin niedrig – was passiert im Körper?

Bei wenig Carnitin gelangen langkettige Fettsäuren schlechter in die Mitochondrien. Herz und Muskeln gewinnen dann weniger Energie aus Fett und greifen stärker auf Glucose zurück; bei längerer Belastung oder beim Fasten ermüden die Muskeln schneller, und die Leber bildet weniger Ketonkörper, sodass der Blutzucker in Nahrungspausen stärker abfallen kann. Nicht verwertete Fettsäuren können sich als Fetttröpfchen in Muskel- und Leberzellen ablagern. Niedrige Werte kommen bei sehr fleischarmer Ernährung vor, bei Dialyse, unter Medikamenten wie Valproinsäure oder pivalinsäurehaltigen Antibiotika, die Carnitin vermehrt über die Nieren ausschleusen, und selten bei angeborenen Störungen des Carnitin-Transporters.

Carnitin hoch – was bedeutet das?

Hohe Werte entstehen meist durch fleischreiche Ernährung oder die Einnahme von Carnitin; Überschüsse scheiden die Nieren aus. Einen Teil des Carnitins aus der Nahrung bauen Darmbakterien zu Trimethylamin ab, das die Leber in TMAO umwandelt; hohe TMAO-Spiegel wurden in Studien mit Veränderungen der Gefäßwand in Verbindung gebracht. Ist vor allem der Anteil gebundener Acylcarnitine erhöht, gelangen Fettsäuren zwar in die Mitochondrien, werden dort aber langsamer abgebaut – etwa wenn die Beta-Oxidation oder der Citratzyklus gebremst sind.

Die Einordnung steht in deinem Befund.

Auch bekannt als: l-carnitin, acetyl-l-carnitin, alcar

Zusammenhänge, in denen dieser Wert bestimmt wird

  • Erschöpfung
  • Muskelkrämpfe
  • Herzprobleme
  • Gewichtszunahme
  • Gehirnnebel
  • Kältegefühl
  • Muskelschwäche

Analysen, die diesen Wert enthalten

Diesen Wert im Biomarker-Nachschlagewerk nachlesen → Dort stehen Zusammenhänge und Kaskaden. Hier steht, in welcher Analyse der Wert enthalten ist.

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